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Freitag, 9. Januar 2015

Das Impfdilemma


Heute gibt es Mal was anderes: Mein persönliches Impfdilemma. Wenn man anfängt sich mit dem Thema Impfungen bei Hunden (oder auch jedem anderen Haustier) auseinanderzusetzen, wird man irgendwann wahnsinnig. So viele verschiedene Meinungen, so widersprüchliche Angaben. Genki hat zu entsprechender Zeit seine Grundimpfungen bekommen: Staupe, Parvovirose, Adenovirose, Zwingerhusten, Leptospirose und Tollwut. Danach hatte ich erst einmal ein Jahr Zeit mich über Impfungen zu informieren. Immer wieder liest man von Impfschäden. Zum Teil schienen mir die Behauptungen etwas weit hergeholt. Zum Teil werden jegliche Erkrankungen des Hundes, bis hin zur Magendrehung, unabhängig von der Zeit der Impfung, auf die Impfung zurückgeführt. Ich glaube nicht, dass Impfungen die Wurzel alles Übels sind und halte sie durchaus für notwendig. Aber muss die jährliche 6-Fach Impfung wirklich sein? Bei Menschen wird doch auch nicht so oft geimpft, warum soll das bei Tieren notwendig sein? Im nächsten Jahr ging ich zu meiner Tierärztin und fragte sie genau danach. Man hat ja schließlich Vertrauen zu Tierärzten, die werden es doch besser wissen als man selbst, oder? Ich wurde entsetzt angeschaut. Natürlich sind diese Impfungen notwendig! Sie impft doch schon nur das allernötigste und alle Krankheiten, gegen die geimpft wird, hätte sie auch immer wieder in ihrer Praxis. Verunsichert lies ich Genki wieder impfen. 


Es verging kein Monat, da wurde ich auf den Weltverband der Kleintierärzte aufmerksam. Und dieser hatte in genau diesem Jahr erst ganz klare neue Richtlinien zur Impfung bei Hunden veröffentlicht. Wir reden hier nicht von  militanten extremen Tierheilpraktikern und laienhaften Besserwissern, sondern von Richtwerten von Tierärzten, die auf wissenschaftlicher Basis veröffentlicht wurden. Ich rate jedem sich diese Richtlinien selbst durchzulesen, aber hier eine kurze Zusammenfassung:
  • Hat ein Hund im Welpenalter eine 2-Fache Grundimmunisierung gegen Staupe, Parvovirose und Adenovirose erhalten, so hält diese in 98% der Fälle jahrelang, meist ein Hundeleben lang.
  • Um sicherzugehen, dass man nicht unter die restlichen 2% fällt, kann man im Abstand von 3 Jahren einen Bluttest machen, um zu schauen ob Antikörper noch vorhanden sind, anstatt blind zu impfen.
  • Tollwutimpfungen halten 3 Jahre (Das steht so übrigens auch in den Beipackzetteln der Impfstoffe hierzulande, auch wenn nicht alle Ärzte sie für 3 Jahre in den Impfpass eintragen). 
  • Lediglich Zwingerhusten und Leptospirose Impfungen müssen jährlich erneuert werden.


Leider scheinen diese Richtlinien, die nun vor bereist vor über einem Jahr veröffentlicht wurden, bei den Tierärzten hierzulande nicht angekommen zu sein. Man könnte sogar munkelt, dass sie diese Richtlinien bewusst unter den Tisch fallen lassen, weil jährliche Impfungen doch beachtlich zu ihrem Einkommen beisteuern.

Jetzt kommen wir aber zum eigentlichen Dilemma:
Eigentlich sollte man meinen dass diese Veröffentlichung einen Aufschrei unter den Hundebesitzern und ein Umdenken in den Tierarztpraxen hätte verursachen sollen. Aber nichts dergleichen ist geschehen. Gerne hätte ich Genki Ende letzten Jahres lediglich gegen Zwingerhusten und Leptospirose impfen lassen, aber ich kann nicht! Es wird schlichtweg kein Zwingerhusten Einzelimpfstoff in Deutschland hergestellt. Diesen gibt es nur als Teil eines Mehrfachimpfstoffes. Leptospirose dagegen gibt es zwar als Einzelimpfstoff, mir wurde jedoch gesagt, dass man ihn nur zu mehreren Einheiten bestellen könnte, und dann auf den restlichen Einheiten sitzen bleiben würde, da niemand nur Einzelimpfungen will und den Impfstoff somit nicht extra für mich bestellen kann.

Mit anderen Worten: Ich will meinen Hund gerne entsprechend der WSAVA Richtlinien impfen lassen, kann aber nicht. Genki wurde nun also garnicht geimpft. Momo hat nächste Woche einen Termin für ihre Grundimunisierung. Ein kleiner Trost: Zwingerhusten ist teilweise durch die Adenovirus (Hepatitis) Impfung abgedeckt und es besteht ohnehin ein häufiges Impfversagen. Sprich, ein Hund kann sich trotz Impfung mit Zwingerhusten anstecken. Leptospirose ist eine Impfung, die aus ganzen Bakterien hergestellt wird, und daher ohnehin eine der eher umstrittenen.
Ich hoffe trotzdem, dass sich hier in Zukunft noch einiges tut und man seinen Hund vielleicht auch Mal ohne schlechtes Gewissen richtig Impfen kann. ♡ Monika

UPDATE: Inzwischen habe ich einen Tierarzt gefunden, der ohne Probleme Leptospirose und (die nicht vorhandene) Zwingerhusten Impfungen als Einzelimpfungen geben kann.

Kommentare:

  1. Ich habe mir zu dem Thema auch so meine Gedanken gemacht und ebenfalls mit unserer Tierärztin darüber gesprochen. Die ist ebenfalls der Meinung, dass nicht jährlich alles durchgeimpft werden muss und so bekommt Lilly alle drei Jahre eine Tollwutimpfe und wurde erst vorgestern gegen Parainfluenza geimpft - es scheint also doch einen Einzelimpfstoff zu geben. Im März kommt dann noch Leptospirose und Tollwut und das war's dann auch schon.

    Ich würde mir an deiner Stelle ganz klar überlegen, ob ich mir für's Impfen nicht einen anderen Tierarzt suche - scheint mir, als wolle da jemand viel Geld verdienen :-/

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    1. Ich bin (- und irgendwie schäme ich mich dafür, ich bin aber auch nirgendwo so recht zufrieden- ) momentan schon bei 3 Tierärzten gleichzeitig. Meine ursprüngliche war die, die darauf besteht, dass alle Impfungen sein sollen, der nächste ist eigentlich so ein Hardcore "Ich geb ihnen hier Mal diese 20 homöopathischen Medikamente"-Mit Onkel (Und Geld machen will der irgendwie bestimmt nicht. Das ist ganz seltsam - Ich versuche die ganze Zeit meine Rechnungen zu bezahlen, aber irgendwie wollen die nie...?) , der war der, der gesagt hat, er kommt an die Imfstoffe einzeln nicht ran. Zwingerhusten gibt es tatsächlich nicht einzeln, ich hab nachgeschaut: http://www.pei.de/DE/arzneimittel/impfstoff-impfstoffe-fuer-tiere/hunde/hunde-alle-table.html
      Und Pavo gibt es ja einzen, das weiß ich, er meinte eben nur, dass die Hersteller die nur als Minimum von 10 verkaufen. Ich müsste also 10 Impfstoffe kaufen, damit er Genki einen geben kann, weil bei ihm in der Praxis niemand nur 1x Pavo will. Scheinbar hat deine Tierärztin da irgendwie mehr Abnehmer für.
      Und nächste Woche bin ich mit Momo nochmal bei einem anderen Tierarzt, dort will ich dann auch nochmal nachfragen, ob die nicht vielleicht ein Einzel Pavo-Impfungen kommen. :(

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  2. Also ganz ehrlich... meiner Meinung ist das alle Geldmacherei !!
    Ich impfe meine Hunde alle drei Jahre und zwar nur auf Tollwut.
    Deco ist mittlerweile 11 Jahre alt und kerngesund, fit, hat ein tolles Fell und war noch nie großartig krank.
    Zwingerhusten, Würmer oder sonstige Viren Erkrankungen gab es noch nie.
    Ich bin eh kein Fan davon meinen Hunden einfach so - nur weil es irgendwer sagt - ein bisschen Chemie in den Körper zu hauen.

    Wenn ich denke meine Hunde haben Würmer, dann lasse ich vorher eine Kotprobe untersuchen.
    Oder ich lasse jährlich die Blutwerte meiner Hunde checken - da erspare ich mir auch viel :).

    Ich finde es völlig hochgepusht und nicht nötig.
    LG, Carola mit Deco + Pippa

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    1. Genau so wird es bei mir auch gemacht! Alle drei Jahre Tollwut und sonst wird nix mehr geimpft! (Als Welpe hatte ich genug davon)
      Entwurmt wird auch nicht. Zur Kontrolle einmal im Jahr ne Kotuntersuchung und Blutwerte. Das erspart meiner Vi viel Geld und hält mich gesund :)

      Schlabbergrüße Bonjo

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  3. Gut, dass Du das Thema angesprochen hast, so habe ich gesehen, dass meine ursprünglichen Links dazu gar nicht mehr funktioniert haben... ;) Nun habe ich neue eingestellt und vielleicht findest Du dort noch einen Hinweis, der Dir bei Deiner Entscheidungsfindung hilft.

    Ich bin für eine gezielte und vernünftig auf- und altersentsprechend eingeteilte Grundimmunisierung und dann ist aber auch gut. Außer bei Tollwut, welche durch behördliche Auflagen geimpft werden muss, aber hier sollte man sich auf jeden Fall die dreijährige Wirksamkeit im Impfpass eintragen lassen. Es hilft nur, sich einen Tierarzt zu suchen, der diesem neuen Impfschema gegenüber aufgeschlossen ist und auch Einzelimpfstoffe anbieten kann, auch wenn dieser sehr weit weg ist. Gott sei Dank muss man ja nicht ständig zum Impfen. Ich bin für Lindas Tollwutimpfung nach Stuttgart gefahren, weil ich durch eine Freundin wusste, dort macht man wegen der anderen Impfungen kein großes Theater...

    Außerdem orientieren sich meine Entscheidungen auch daran, ob sich eine eventuell auftretende Krankheit (sofern sie denn jemals ausbrechen würde) gut behandeln lassen würde (siehe Zwingerhusten) oder ob deren Verlauf auf jeden Fall tödlich erscheint. Zudem sind mir Impfschäden leider nicht unbekannt. Linda war nach der Tollwutimpfung 3 Tage lang krank und hatte zudem an der Einstichstelle ein Impfödem. Ich für meinen Teil finde das nicht besonders prickelnd. Kim hat es noch schwerer getroffen. Bei ihm explodierte nach der Tollwutimpfung am Hals eine dort über Jahre hinweg problemlos verkapselte Zyste, was eine dramatische OP in seinem damals fortgeschrittenen Alter nach sich zog.

    Außerdem gibt es ja noch das körpereigene Immunsystem. Sofern ein Tier/Organismus gesund ist, ist es wahrscheinlich ein leichtes für ihn, mit den meisten Krankheitserregern fertig zu werden. Und wenn es das nicht ist, dann dürfte man genaugenommen auch nicht impfen und hier beißt sich die Katze wieder in den Schwanz.

    Linda hat durch den Tierschutz leider noch die volle Dröhnung abgekriegt, wenn man ihre OP's mit weiteren Medikamenten und prophylaktische Parasitenbekämpfung zwecks der Ausreise aus Spanien dazurechnet, kann das nicht gesund sein, zumal sich alles in einem sehr kurzen Zeitraum konzentrierte, der für Linda durch die ständig neuen Umgebungen/Tierheime/Menschen/Hunde/Situationen inklusive Flugstrapazen ohnehin mehr als stressbesetzt sein durfte.

    LG Andrea

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  4. Habe auch schon einen Tierarzt gehabt, der von sich aus gesagt hat, dass eine Impfung alle drei Jahre ausreicht, aber dessen Praxis war schon bezahlt. Natürlich ist das Geldmacherei, die Pharmaindustrie und die Tierärzte verdienen ordentlich daran. Deshalb sollte man es sich genau überlegen. Meine Welpen wurde alle nach der Empfehlung des TA geimpft aber das nächste Mal werden wir auch nur das machen was wirklich nötig ist.

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  5. Das Thema Impfen - im letzten Jahr hat uns das auch zum ersten Mal so richtig beschäftigt. Ich bin auch sicher, dass es vor allem Geldmacherei ist... viele Praxen könnten sicher schließen, wenn nicht jährlich geimpft werden würde. Habe im letzten 3 Tage bei einer Praxis reinschnuppern dürfen... jeder 2. Tierbesitzer, ob Hund, Katze oder Kaninchen war zum Impfen da. Anne ist 12 und wurde jedes Jahr, bis auf das letzte immer geimpft... sie verschonen wir jetzt damit. Casper haben wir im letzten Jahr auch nicht impfen lassen. Dieses Jahr tasten wir uns bei einem anderen TA mal vor... was nötig und unnötig ist... aber auch bei dem ist sicher wieder alles nötig (!). So wie beim Menschen gibt es auch beim Tier eine Pharmaindustrie... alle wollen leben und wir sind die, deren Unsicherheit ausgenutzt wird. Hatte beim Reinschnuppern in die Praxis letztes Jahr die Erfahrung gemacht, dass neue Impfpässe gar nicht mehr für eine jährliche Impfung ausgelegt sind... fand die TÄ, bei der ich war, natürlich richtig blöd. Da muss eindeutig mehr passieren!! Danke, dass du das Thema wieder ins Gespräch gebracht hast :-)))
    LG, Caspers Frauchen

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  6. Ich finde deinen Artikel richtig gut gelungen. Endlich sprichst du das Thema direkt an. Leider wurde Charly vom Welpenalter an regelmäßg jährlich geimpft. Auf meine Frage, ob das nötig wäre, wurde seitens des Tierarztes mit einem kräftigen Ja beantwortet. Was soll man da als Laie dagegenhalten. Charlys Impfungen wären im Juli wieder fällig und ich suche zur Zeit einen neuen Tierarzt. Bin gespannt, ob ich fündig werde.

    Liebe Grüße
    Sonja und Charly

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Vielen lieben Dank für Deinen Kommentar. ♡