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Montag, 23. Februar 2015

Was ist ein Kastrationschip?

Was ist ein Kastrationschip?

Ich führe Momentan ein "Kastrationschip"-Tagebuch und mir ist aufgefallen, dass viele Leute garnicht wissen, was ein Kastrationschip ist. Deshalb möchte ich hier vorweg ein paar Informationen zusammentragen.

Was ist ein Kastrationschip?

Ein Kastrationschip ist ein etwa 2cm großes Implantat, das dem Hund mit einer ziemlich dicken Kanüle im Nacken eingesetzt wird und den Hund "chemisch" kastriert. Dieses Implantat enthält den Wirkstoff Deslorelin und ist in zwei Größen erhältlich: einen 4,7mg Chip, der mindestens 6 Monate halten soll und einen 9,4mg Chip, der 12 Monate halten soll. Es gibt diese Chips nur in jeweils einer Größe, so dass ein 10kg Hund den selben Chip bekommt, wie ein 30kg Hund. Je nachdem ist die Wirkungsdauer schwer abzuschätzen. Bei kleinen Hunden soll der Chip angeblich länger wirken, als bei großen. Ich habe mich in diversen Hundeplattformen für Französische Bulldoggen umgehört und kann das zumindest nicht bestätigen: In den meisten Fällen wirkte der Chip nicht länger als 6 Monate, oftmals sogar kürzer. Hierbei muss man auch beachten, dass der Chip zwischen 4-6 Wochen braucht, um überhaupt zu wirken, in einigen Fällen sogar einige Wochen länger. Von der versprochenen Wirkungsdauer von 6 Monaten, ist er also tatsächlich nur etwa 4,5 Monate wirksam.

Wie funktioniert ein Kastrationschip?

Deslorelin ist ein sogenannter „Slow-Release-GnRH (Gonadotropin-Releasing-Hormon)-Agonist“. Es wird kontinuierlich im Körper des Hundes abgegeben. Ist der Wirkstoff aufgebraucht, löst sich der Chip vollständig auf. GnRH wird normalerweise im Körper des Hundes ausgeschüttet und steuert die Bildung von Geschlechtshormonen. In diesem Fall vor allem von Testosteron. Durch das Deslorelin wird dem Körper vorgetäuscht, dass bereits ausreichend Geschlechtshormone vorhanden sind und die körpereigene Produktion gestoppt. Es werden keine Spermien mehr produziert und der Hund ist vorübergehend unfruchtbar. Die chemische Kastration bringt dabei alle Symptome einer chirurgischen Kastration mit sich: Unfruchtbarkeit, aber ebenso mögliche Gewichtszunahme, Veränderung des Fells, oder auch Verhaltensveränderungen sind möglich.

Ein Nachteil des Chips ist, dass der Körper des Hundes sich erst einstelle muss, und zu Beginn nicht denkt bereits ausreichend Geschlechtshormone zu haben, sondern zu wenig und somit die Testosteron-Produktion zunächst ansteigt. Dadurch berichten viele Hundebesitzer davon, dass ihre Rüden in den ersten 2-3 Wochen nach Einsetzen des Chips zunächst aggressiver wurden, bis sich ihr Verhalten wieder normalisierte oder gar verbesserte.


Wozu wird ein Kastrationschip verwendet?

Am häufigsten wird der Chip verwendet, um zu testen, ob sich Verhaltensauffälligkeiten wie die typische Rüdenaggression durch eine Kastration beheben lassen. Oft werden Rüden in der Hoffnung kastriert, dass sie dadurch weniger aggressiv werden. Nicht immer ist ein solches Verhalten aber hormonell bedingt. Es kann andere Ursachen (z.B. negative Erfahrungen mit anderen Hunden ) haben, oder aber, auch wenn es hormonell bedingt ist, bereits über einen langen Zeitraum antrainiert und gefestigt sein, so dass eine Kastration keine positive Verhatensveränderung mehr mit sich bringt. Der Kastrationschip ist eine gute Möglichkeit um zu testen, welchen Effekt eine Kastration auf den Hund haben würde.
In wenigen Fällen wird der Chip auch wiederholt als permanente Alternative zur Kastration verwendet um dem Hund die Risiken einer Narkose zu ersparen. Das macht Sinn, wenn für einen Hund zum Beispiel aus gesundheitlichen Gründen eine Narkose ein erhöhtes Risiko darstellt, aber auch bei brachycephalen Rassen, zu denen Genki gehört, ist eine Narkose risikoreicher als bei anderen Rassen.
Der Hauptgrund, weshalb der Chip jedoch eher selten als permanente Methode angewandt ist, ist vermutlich der Kostenpunkt: Je nach Tierarztpraxis und Art des Chips kostet der Chip und das Einsetzen zwischen 90€-150€. Bei einem dauerhaften Einsatz ist man über die Jahren schnell mit über 1500€ dabei. Zum Vergleich: Die chirurgische Kastration eines Rüdens kostet grob zwischen 150-350€.

Es gibt auch gesundheitliche Bedenken beim dauerhaften Einsatz des Chips. Schließlich wird permanent künstlich in den Hormonhaushalt des Hundes eingegriffen. Allerdings gibt es inzwischen Metastudien, die belegen, dass auch eine chirurgische Kastration, die ja ebenfalls dauerhaft den Hormonhaushalt des Hundes verändert, negative Auswirkungen auf die Gesundheit des Hundes hat. Studien zum Langzeiteinsatz des Chips und den Auswirkungen auf die Gesundheit gibt es nicht, es ist aber naheliegend, dass die Ergebnisse ähnlich denen einer chirurgischen Kastration sein würden.

Für uns ist der Chip momentan ein Testlauf: Ob Genki nach Ablauf der Wirkung erneut einen Chip bekommt, chirurgisch kastriert wird, oder so bleiben darf, wie er ist, ist noch abzuwarten.
Monika

Kommentare:

  1. Ein toll gelungener Artikel. Ich hatte bis jetzt keine Ahnung, dass es einen Kastrationschip gibt. Als Testphase finde ich ihn völlig o. k.. Aber als langfristige Lösung, wie du selbst festgestellt hast, ist er viel zu teuer.

    Wir sind gespannt, wie Genki darauf reagiert.

    Liebe Grüße
    Sonja und Charly

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    1. Ich würde ihn durchaus als langfristige Alternative in Betracht ziehen, da ich vor einer OP mit Vollnarkose bei Genki wirkich große Angst habe und für sein Wohlergehen nehme ich auch die zusätzliche Kosten in Kauf. Aber momentan, nach den ersten 5 Wochen Testlauf, ist die Tendenz eher dahingehend ihn langfristig weder chemisch noch chirurgisch zu kastrieren. Mal abwarten...

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  2. Wir haben uns Bei Damon vor vielen Jahren für eine herkömmliche Kastration entschieden - allerdings war es bei ihm wirklich notwendig ... während der ersten Läufigkeit von Lady (die er erlebt hat) mussten wir ihn einmal an den Tropf legen, weil er weder gegessen noch getrunken hat. Nach der zweiten Läufigkeit, die mit mehrmaligen Tierarzteinsätzen behaftet war, war klar, er muss kastriert werden.
    Allerdings war er völlig gesund und damals auch erst 2 Jahre alt - da ist das Risiko doch sehr gering. Die OP hat auch nicht lange gedauert und wir haben es nicht bereut.

    Ich bin gespannt, was ihr für weitere Erfahrungen macht!

    Liebe Grüße,
    Isabella mit Damon und Cara

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  3. Dann bin ich nun mal gespannt ob ihr euch für oder gegen entscheidet ...

    Liebe Grüße - Monika

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  4. Oha, das klingt ja spannend. Die Aggressionen halten sich bei Chris in Grenzen, auch das "Leiden" während der läufigen Hündinnenzeit geht noch halbwegs. Daher haben wir uns bisher gegen die Kastration entschieden und würden es wahrscheinlich auch nur aus medizinischen Gründen machen. Von den Chips haben wir aber auch schon häufiger gehört und können deine Erfahrungen, dass der Hund zunächst noch aggressiver wird, zumindest vom Hörensagen bestätigen.

    Liebe Grüße

    Britta & Chris

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    1. Das Leiden bei läufigen Hündinnen ist bei Genki eigentlich garnicht vorhanden. Wir sind sogar schon das eine oder andere Mal (unfreiwillig) angeleint mit einer läufigen Hündin spazieren gegangen und man hat ihm überhaupt nichts angemerkt, also wenigstens ein Problem, mit dem wir hier zum Glück nicht zu kämpfen haben.

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  5. Danke für den tollen Bericht! Momentan muss ich mich wegen Chirus Prostata-Probleme ja auch mit dem Thema beschäftigen - da kam dein Bericht genau richtig! Ser informativ und vorallem sehr neutral - das fand ich klasse.
    Liebe Grüße
    Sali

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  6. Hallo, wie kennen uns noch nicht * schnüffel* einen Kastrationschip kannte ich auch noch nicht. Bin gespannt wie es aus geht und wofür ihr euch entscheidet. Wuff kessie und Maxima
    Kessieandme.blogspot.de

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