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Freitag, 30. Oktober 2015

Rücksichtnahme


Lange Zeit dachte ich, das Fehlen der Rücksichtnahme unter Hundehaltern sei auf Unwissenheit zurückzuführen. Ich dachte, manche Hundehalter seien sich einfach nicht bewusst, welche Auswirkungen ihr Verhalten auf andere Menschen und Hunde haben könnte. Es fehle ihnen an Verständnis dafür, wie schlimm es zum Beispiel für einen Menschen mit Hundeangst sein könnte, wenn man seinen Hund einfach auf solch einen Menschen zurennen lässt - Weil man selbst diese Angst nicht kennt und daher schwer oder garnicht nachvollziehen kann. Oder es fehle an Verständnis, wie schlimm es für einen anderen Hundehalter sein könnte, wenn man seinen frei laufenden Hund einfach zu seinem angeleinten Hund lässt, der vielleicht unter Angstaggressionen leidet und durch jede solche Begegnung weiter traumatisiert wird, weil man sich mit diesem Thema nicht befasst hat. Die Beispiele von solchem rücksichtslosen Verhalten lassen sich beliebig fortsetzen. 

Immer wieder mit solchen Situationen konfrontiert, dachte ich, es sei in unserer digital fortgeschrittenen Gesellschaft vor allem ein Offline-Problem. Denn ein Hundehalter, der viel im Internet, sei es in Hundeforen, Hundeblogs, Hundegruppen auf Facebook oder diversen anderen Hundeseiten, unterwegs ist, wird immer wieder mit diesem Thema konfrontiert. "Nehmt auf einander Rücksicht", schien mir immer der allgemeine Tenor im Internet zu sein. Zu diesem Thema gibt es auch einige liebevolle Initiativen, die versuchen Aufklärungsarbeit zu betreiben. "Fair auf Pfoten" plädiert zum Beispiel für mehr Rücksicht, Toleranz und Verständnis sowohl unter Hundehaltern als auch zwischen Hundehaltern und Nichthundehaltern. Das Projekt "Wohl Erzogen" ist eine ähnliche Initiative, die an das Verantwortungsbewusstsein der Hundehalter appelliert, auch wenn mir bei hier nicht alle Tendenzen und Kommentare der Initiative zusagen, denn vieles scheint auf die Annahme hinauszulaufen, dass ein nicht sozial verträglicher Hund immer "schlecht erzogen" sei, als ob man einem Hund beibringen könnte, alles und jeden zu mögen.

Natürlich erlebe ich immer wieder die alltäglichen Ärgernisse des Daseins eines Hundehalters. Seien es die zahlreichen Hundehaufen, die andere Hundebesitzer nicht hinter ihrem Hund aufgesammelt haben und für die ich verantwortlich gemacht werde, ja im schlimmsten Fall sogar von fremden Menschen dafür beschimpft werde, oder der meckernde Radfahrer, der nicht verstehen will, dass ich ohne eine Warnung durch die Klingel aufgrund fehlender Augen im Hinterkopf nicht über sein Näherkommen informiert war und meine Hunde nicht rechtzeitig aus dem Weg schaffen konnte. Aber eigentlich sind es nicht die Nichthundebesitzer, die mir das Leben wirklich schwer machen, sondern andere Hundehalter, die mir immer und immer wieder unerwünscht Hundekontakt aufzwingen. Und lange habe ich dieses Verhalten auf Unwissenheit zurückgeführt und es hat mich mit Verzweiflung erfüllt.

Aber heute muss der Frust raus, denn das Fass ist in den letzten Tagen übergelaufen. Nicht etwa, weil irgendetwas besonders schlimmes in der Offline-Welt vorgefallen wäre, nein, in den letzten Tagen und Wochen waren es sich immer wieder häufende Aussagen im Internet, die mich zur Weißglut gebracht haben. Aussagen, die mir gezeigt haben, dass es nicht etwa Unwissenheit ist, die Hundebesitzer zu solchem rücksichtslosen Handeln veranlasst. Nein, es ist ganz einfach das, was es ist:

Ignorante, bewusste und gewollte Rücksichtlosigkeit.

Immer wieder habe ich in den letzten Tagen ganz klare Aussagen zum Thema "Freilaufenden Hund ungefragt zu angeleinten Hund laufen lassen" gelesen:

"Wenn dein Hund aggressiv / läufig / krank / verletzt / ängstlich / im Training ist oder aus einem anderen völlig beliebigen Grund keinen Hundekontakt haben soll, dann ist das DEIN Problem, nicht meines und du kannst nicht erwarten, dass andere Leute darauf Rücksicht nehmen."

Doch, das sollte ich eigentlich erwarten können. Weil gegenseitige Rücksichtnahme eine menschliche Tugend sein sollte, die selbstverständlich ist. Weil man meinen sollte, dass wir in einer fortgeschrittenen Gesellschaft leben, dass uns bewusst ist, dass Rücksichtnahme etwas ist, dass man nicht nur von anderen fordern kann, sondern im Gegenzug auch selbst geben sollte. Weil gegenseitige Rücksichtnahme etwas ist, von dem wir alle profitieren können. Weil wir nicht mit Holzknüppeln herumlaufen und uns gegenseitig damit auf die Köpfe hauen. Darüber sind wir schon lange hinaus. Sollte man meinen. Aber leider ist es offenbar nicht so. Jeder für sich, nach mir die Sintflut. Hauptsache mein Hund hat seinen Kopf durchgesetzt, mir egal, ob der andere Hund jetzt verletzt ist, um Wochen oder Monate in seinem Training zurückgeworfen wurde oder für den Rest seines Lebens traumatisiert ist. Ist ja nicht mein Problem. Ist ja nur der andere Hundebesitzer, der tagtäglich mit diesem Problem leben muss. Was geht mich das an?


Mindestens genauso traurig wie ignorantes, selbstzentrierte Denken, dass keinen Platz für Empathie und Rücksichtnahme zulässt, ist das Vonsichweisen jeglicher Schuld und die zeitgleiche Schuldzuweisung an den anderen Hundebesitzer.

"Dein Hund ist aggressiv? - Du bist schuld, weil du ihm den Hundekontakt nicht erlaubst". 
"Dein Hund ist ängstlich? - Du bist schuld, weil du anderen Hunden aus dem Weg gehst"

Offline wurde ich mit solchen Aussagen schon öfters konfrontiert, aber auch online scheinen diese in letzter Zeit zunehmend präsent. Der erste Fehler in diesem Gedankengang ist die Annahme, dass man den eigenen Hund nie oder kaum, zu keinem vergangenen Zeitpunkt seines Lebens, Hundekontakt gewährt hätte, nur weil man es in diesem Moment nicht tut (oder versucht zu tun - Es wird einem ja oft keine Wahl gelassen) und er deshalb so geworden wäre.

Glaubt ihr tatsächlich, jeder Hund, der ein Problem im sozialen Umgang mit anderen Hunden hat, hat diese ausschließlich aufgrund eines Defizits an solchem Umgang? Wir haben uns wirklich allerbeste Mühe gegeben, Genki so gut wie nur möglich zu sozialisieren. Wir sind lange zu Welpengruppe gegangen und als er aus dem Alter herauswuchs zu anderen Hundespielgruppen in Hundeschulen, wir haben Social Walks gemacht und haben früher zum Spazierengehen Strecken aufgesucht, die möglichst von anderen Hunden frequentiert wurden, damit er so viel Hundekontakt wie möglich hat. Wir haben ihn bei vielen unangeleinten Hund von der Leine gelassen und ihn spielen lassen, wenn das vom anderen Hundebesitzer gewünscht war. Auch nachdem Genki das zweite Mal gebissen wurde und seine Backe auf die Größe einer Grapefruit anschwoll, haben wir nicht aufgegeben und weiter keinen Hundekontakt gescheut. Der Hund sollte ja bloß kein Trauma davontragen. Bis er eines Tages selbst zubiss. Auch da bin ich nicht in Panik verfallen und hatte womöglich plötzlich Angst vor Hundekontakten, die sich auf Genki hätte übertragen können. Da Genkis Attacken ja willkürlich sind, ist danach auch eine Weile nichts passiert und so hatte ich es als einmaligen Vorfall abgetan. Vielleicht hat der andere Hund sich seltsam verhalten, vielleicht hat er auch angefangen? So genau konnte ich das in der Schnelle nicht erkennen. Unvoreingenommen scheuten wir also weiter keine Hunde. Bis es wieder passierte. Und wieder. Es grenzt an ein Wunder, dass die anderen Hunde nur mit Kratzer davongekommen sind.


Wie oft soll ich einen Hund zubeißen lassen, bevor ich die Notbremse ziehe und sage "Halt! So geht das nicht weiter!"? . Wir suchten einen Hundetrainer auf und arbeiteten an unserem Problem. Aber bis heute ist Genki anderen Hunden gegenüber willkürlich aggressiv. Manche Hunde sind ihm egal, manche mag er und manche will er töten. Mit aggressiv meine ich nicht, dass er Hunde anknurr oder versucht wegzuschnappen. Er explodiert von 0 auf 100 und geht dem Hund direkt an den Hals. Ob er dabei an der Leine ist oder nicht, spielt keine Rolle. Und da wundert ihr euch, weshalb ich keinen Hundekontakt aufgezwungen haben möchte? Man kann mit Genki an diesen Problemen arbeiten, wenn man die Sache kontrolliert angeht. Mit einer langsamen Zusammenführung mit Spaziergängen an der Leine kann man ihn durchaus an (manche) andere Hunde gewöhnen. Auch in großen Gruppen funktioniert es besser. Aber mit einem Hund, der aus dem Nichts auf ihn zugelaufen kommt, kann das funktionieren oder eines Tages in einer Katastrophe enden.

Wenn wir einem Hund begegnen, versuche ich mit Genki aus dem Weg zu gehen. Wir stellen uns abseits an den Wegrand, fliehen aufs Feld oder ins Dickicht und warten, bis der Hund vorbeigeht. Wenn wir diese Möglichkeit nicht haben, versuche ich Genki möglichst schnell und unkompliziert am anderen Hund vorbeizulotzen. Benimmt er sich, wird er dabei ununterbrochen gelobt. Kürzlich war ich in einem anderen Hundeblog mit der Kritik konfrontiert, man würde einem Hund ja so nicht die Möglichkeit lassen sich "normal" zu verhalten, also seine Kommunikationssignale auszusenden, mit denen er dem anderen Hunden signalisieren könnte, dass er keinen Kontakt will. Und wenn man das zulassen würde, dann wäre ja auch die Begegnung "Angeleinter Hund und nicht angeleinter Hund" kein Problem, denn der Hund könnte klar signalisieren, dass er den Kontakt nicht will und alles wäre gut. Hier sind für mich gleich mehrere Denkfehler drin: Der erste ist die Annahme, dass jeder Hund "normal" ist und eine gesunde Kommunikation aufweist. Der nächste, dass der andere Hund diese Signale auch tatsächlich wahrnimmt und richtig interpretiert - Ein Problem, dass gerade bei Bulldoggen mit ihrer fehlenden Rute oft gegeben ist, da diese von anderen Hunden falsch als eingekniffene Rute interpretiert werden kann. Aber auch andere Hunderassen, zum Beispiel Rassen mit langen Haaren, die ihnen Gesicht und Körperform verdecken, oder Hunderassen mit Kringelrute sind in ihrer Kommunikation eingeschränkt. Der größte Denkfehler scheint die Annahme zu sein, dass der andere Hund sich überhaupt für diese Signale interessiert und sich durch diese zum Abwenden bewegen lässt.

Die Signale sind da! Wenn Genki einen anderen Hund sieht, fängt er oftmals schon auf 20 Meter Entfernung an das Rückenhaare aufzustellen, er fixiert den anderen Hund und beginnt langsam auf ihn zuzuschleichen. Dabei zittert er am ganzen Körper vor Anspannung und je näher wir dem Hund kommen, desto schneller schleicht er sich voran. Sieht so ein Hund aus, der aussagt "Juhu! Ja, lass uns spielen!"?! Ich bin bei weitem nicht gut darin, Hundesprache zu interpretieren. Immer wenn ich mir Verhaltensvideos anschaue und diese mit "Hier sieht man ganz klar, dass der Hund XY kommuniziert" kommentiert werden, denke ich verzweifelt "Was? Wo? Ich habe nichts gesehen!", aber selbst mir ist absolut klar, dass Genki eine klare Ansage macht. Und, wird diese von anderen Hunden und vor allem ihren Besitzern wahrgenommen? Manchmal ja, aber viel zu oft eben nicht. Die anderen Hundebesitzer machen oftmals keine Anstalten ihre Hunde zu sich zu rufen und anzuleinen und die Hunde kommen schnurstracks auf uns zu. Ich kann mich nur an ein einziges (!) Mal erinnern, dass ich erlebt habe, dass ein großer freilaufender Hund sich Genki in so einem Zustand in einem Bogen näherte und ihn von der Seite ohne Blickkontakt beschnüffelte, was Genki auch ohne Theater über sich ergehen lies. Aber die meisten Hunde laufen frontal mit Blick nach vorne auf ihn zu. Frontal! Auf einen sie fixierenden Hund, der vor Anspannung zittert! Und da wollt ihr mir irgendwas von gesunder Hundekommunikation und klaren Signalen erzählen? Tut mir leid, aber das mit den Signalen müsst ihr scheinbar euren Hunden auch noch Mal gut erklären, damit das alles funktioniert. Vielleicht haben sie es nicht verstanden, oder es ist ihnen egal uns sie sind selbst auf Konfrontation aus.

Ich kann nichts anderes machen, als immer wieder auf die gegenseitige Rücksichtname zu plädieren.
Ja, manchmal passieren doofe Sachen. Da hat man den anderen Hund nicht rechtzeitig gesehen um seinen Hund noch anzuleinen, oder hat nicht gesehen, dass der andere Hund angeleint ist. Mir ist mein eigener Anteil an Fehlern auch schon viel zu oft passiert. Eines Tages kamen wir spät von einer Feier zurück. Halb 2 Nachts, da rechnet man nicht damit, dass noch andere Hundehalter ihre Hunde Spazieren führen und wir machten noch kurz eine letzte Pipirunde ums Haus - Genki und Momo waren nicht angeleint und meine sonstige Wachsamkeit, mit der ich nach anderen Hunden Ausschau halte oder meine Hunde beobachte um frühzeitig zu merken, ob sie einen anderen Hund wahrgenommen haben, war zu dieser Zeit auch nicht gegeben. Und da flitzten die beiden plötzlich davon. Ein junger Mann hatte offenbar auch das Bedürfnis nach einem Nachtspaziergang mit seinem kleinen Hund. Panisch hob er seinen Hund auf den Arm und schrie immer wieder "Aus! Aus!, während Genki und Momo wie Gummibälle um ihn herum doppsten.
Aber in dieser Situation sage ich nicht "Dein Problem, wenn du ein Problem mit meinen Hunden hast". Ich sage auch nicht "Die tun nix" oder "die wollen nur spielen", egal wie sehr das in dieser Situation zugetroffen haben mag. Mein Mann sammelte Genki und Momo wieder ein und ich wäre vor Scham am liebsten im Erdboden versunken. Man entschuldigt sich und versucht aus seinen Fehlern zu lernen.

Zum Schluß möchte ich mich bei all den lieben und rücksichtsvollen Hundebesitzern bedanken, die tatsächlich ihre Hunde zu sich rufen (und wenn diese nicht bei ihnen bleiben notfalls auch anleinen), wenn sie sehen, dass wir Genki und Momo an die Leine nehmen. Die uns nicht mit seltsamen Blicken quittieren, wenn sie ein Theater an der Leine machen, die nicht in Frage stellen, warum wir jetzt zu diesem Zeitpunkt keinen Kontakt zu anderen Hunden möchten, die uns nicht besser belehren wollen, obwohl sie unsere Hunde und ihre Geschichten garnicht kennen. Denn es gibt sie zum Glück auch, die rücksichtsvollen Hundehalter. ♡ Monika

Kommentare:

  1. ...oh ja, ein sehr spannendes thema. hier gehen die meinungen tatsächlich weit auseinander. zu meiner hundemama zeit hatte ich auch die merkwürdigsten begegnungen, sogar bis hin zu der aussage eines mitmieters: "ich schlag ihren hund tot." da kannste nur den kopf schütteln.
    ich habe rücksicht für dich! du bist eine sehr veranwortungsvolle hundemama und das ist toll!!! es wird immer diese menschen geben die null tollerant sind, ob hundebesitzer oder nicht. und leider sind viele auch hinweisresistent. ich möchte dir für genki keine tips geben, weil ich lese, dass du dich intensiv mit seinem verhalten auseinandersetzt. es macht mich aber traurig zu lesen, dass du beim gassigang fliehen oder warten musst. das sollte wirklich nicht sein. hund und mensch sollte es doch eigentlich genießen!
    und darum wünsche ich dir mehr begegnungen mit verständnisvollen menschen.
    sei tapfer :)))!
    liebe grüße
    katrin


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  2. Liebe Monika, danke für diesen Erfahrungsbericht und Deine offene Meinungsäußerung zu diesem Thema. Mich beschäftigt es auch schon ziemlich lange.
    Mein Bully-Rüde (inzwischen 1 Jahr alt), sollte natürlich auch gut sozialisiert werden und ich bin mit ihm in die Welpenschule gegangen und habe ihn mit anderen Hunden spielen lassen, alles, wie es mir von Hundetrainern gesagt worden ist, damit er ein toller, mit allen verträglicher Hund wird. Er wurde dominiert, auf den Rücken geworfen, angeknurrt und 2x gebissen. Immer wurde mir gesagt, er muss das doch auch lernen, die klären das schon unter sich, das Übliche eben.

    Inzwischen weiß ich, dass das nicht so sein muss. Ich habe eine ganz wundervolle Trainerin kennengelernt (eigentlich durch Zufall, ich hatte mich ursprünglich mit ihr in Verbindung gesetzt wegen einer Ernährungsberatung, da ich, aufgrund von Allergien, auf BARF umstellen musste) und diese lehrt ein sehr interessantes Konzept. Es gehört ein Umdenken dazu und viel Konsequens (daran arbeite ich noch), es nennt sich SDTS (Speechless Dog Training System). Einige sehen dieses System kritisch, andere belächeln es, aber ich habe mich dafür entschieden und bin begeistert, denn in ganz kurzer Zeit sind mein Bully und ich zu einem wunderbaren Team zusammengewachsen.

    Jedenfalls wird der Hund nach SDTS als das betrachtet, was er ist, ein Raubtier. Meine Familie und ich sind sein Rudel, ich bin der Rudelführer. Alle anderen um uns herum, seien es Besucher oder andere Hunde, sind Rudelfremde. Diese muss man nicht unbedingt mögen und mit ihnen "spielen". Warum auch? Ich mag ja auch nicht jeden Menschen, dem ich auf der Straße begegne, ich begrüße und umarme auch nicht jeden Fremden. Warum sollten es unsere Hunde tun??? Warum sollen wir unseren Hunden Begegnungen aufzwingen, die sie vielleicht gar nicht wollen, nur weil man es angeblich "muss"?

    Ich vermeide bewusst Hundebegegnungen. Einfach, weil ich es nicht will. Mein Hund ist, trotz der Vorfälle in seiner Welpenzeit, zum Glück nicht aggressiv, aber er ist sehr wild und in einem Alter, wo er seine Dominanz an jedem austesten will. Ich will mich auch nicht dafür rechtfertigen müssen, warum ich keine Hundebegegnungen will und bin da schon sehr oft auf Unverständnis und Ablehnung von anderen Hundebesitzern gestoßen, wurde sogar schon beleidigt wie assozial und was für eine schlechte Hundehalterin ich sei, der arme Hund! Mein Hund braucht keinen Kontakt zu anderen Hunden. Er hat mich. Ich bin sein Rudel. Wir haben gemeinsam Spaß draußen, entdecken die Welt, machen Tricks und Hundesport, nicht nur auf dem Platz, sondern auch im Wald und in der Stadt. Es geht ihm gut. Auch ohne Hundebegegnungen.

    Keinem Hund steht auf der Stirn geschrieben ob er in seiner Vergangenheit etwas schlimmes erlebt hat und vielleicht aggressiv ist, ob er Angst hat oder schüchtern ist. Aber man kann es lesen oder man kennt seinen eigenen Hund, doch dazu sind viele Hundehalter nicht bereit, wie es mir scheint. Stehe ich jemanden gegenüber, dessen Hund eine Bürste vom Kopf bis zur Schwanzspitze hat und ich drehe ab, wird mir gesagt: "Wieso, Ihrer ist doch ein Rüde? Ich habe eine Hündin, die verstehen sich!" und wenn ich antworte: "Ich denke nicht, ihr Hund sagt etwas anderes." dann werde ich angefaucht was ich mir denn erlaube über den anderen Hund zu urteilen!

    Es gibt das "Yellow Dog Project", ein ganz wundervolles Projekt. In Deutschland ist es leider noch nicht so verbreitet, aber ich bin dennoch ein "Anhänger" geworden und trage, seitdem ich davon erfahren habe, eine gelbe Schleife an meiner Leine. Diese bedeutet: "Mein Hund braucht Abstand!"
    Warum, ist egal. Ob er krank, schüchtern, läufig, aggressiv oder im Training:

    http://www.theyellowdogproject.com/The_Yellow_Dog_Project/Home.html

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  3. (Hier Teil 2 meines Kommentars)

    Ich finde es gut das Du eine verantwortungsvolle Hundebesitzerin bist, Deinen Hund kennst und entsprechend in der Umwelt mit ihm umgehst. Ich wünschte, es würde mehr Hundehalter und Hundehalterinnen wie Dich geben, denn diese fehlende Rücksicht und der mangelnde Respekt sind sehr anstrengend. Genieße die Spaziergänge weiterhin und streiche ärgerliche Begegnungen mit unfähigen Menschen, die Dir den Spaß verleiden!

    Alles Gute für Euch!

    Eine sonst sehr stille, aber begeisterte Blog-Leserin

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  4. NACHTRAG:
    Es tut mir leid, aber ich möchte doch noch etwas nachschieben, weil ich befürchte, es könnte falsch ankommen (die Zeichenbegrenzung hat mich gezwungen meinen Kommentar massiv zu kürzen, es sprudelte einfach so aus mir heraus):

    Falls es so rübergekommen sein sollte: ich isoliere meinen Bully NICHT von anderen Hunden!
    Wir gehen regelmäßig zum Hundesport und zur Hundeschule, außerdem verabreden wir uns zu Spaziergängen mit anderen Hunden. Er ist es gewohnt das andere Hunde um ihn herum sind, was mir wichtig ist, aber ich vermeide direkte Begegnungen, vor allem mit fremden Hunden (s. o.)

    Weiterhin alles Gute für Euch! :-)

    Die sonst immer noch stille, aber begeisterte Blog-Leserin

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    1. Keine Sorge, vor mir musst du dich nicht erklären und ich verstehe vollkommen, was du meinst. :) Und selbst wenn du deinen Hund vor allen anderen Hunden isolieren würdest, würde ich annehmen, dass das seinen berechtigten Grund hat (Es gibt auch Hunde, die schlichtweg keinen Kontakt zu Artgenossen wollen) und dich dafür nicht verurteilen. Ich bin ganz sicher nicht der Meinung, dass man seinen Hund auf alles und jeden loslassen sollte, was man unterwegs so trifft.

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Vielen lieben Dank für Deinen Kommentar. ♡