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Freitag, 27. November 2015

Die Paketbotenobsession


„Houston, wir haben ein Problem", denke ich. Mal wieder. Der Paketbote drückt sich mit weit aufgerissenen Augen in die hinterste Ecke unseres Hausflures. "Die sind aber aggressiv", bringt er stammelnd hervor, während ich nicht ihn, sondern mein Paket vom anderen Ende des Flures, wo er es hat fallen lassen, zu retten versuche.

Aber fangen wir ganz von Vorne an. 

Als Genki bei uns einzog, habe ich (unter anderem) einen Fehler gemacht: Immer wenn ein Paket zu uns geliefert wurde (und das passiert hier, zugegebenermaßen, recht oft), durfte Genki den leeren Karton zerstören. "Er hat doch so viel Spaß dabei" dachte ich und praktisch war es auch noch, musste ich doch unsere Kartons nicht mehr vor dem Wegschmeißen in die Mülltonne mühevoll selbst zerkleinern, sondern nur Genkis Kartonfetzten aufsammeln.

Genki hat sich schon immer gefreut, wenn es bei uns an der Tür klingelt. Er mag Besuch. Aber kaum einen Besuch mag er so sehr wie den unseres DHL Paketboten, hat er doch schnell gelernt, dass dieser ihm jedes Mal ganz tolles Spielzeug bringt. Es dauerte nicht lange, da musste der Paketbote nicht einmal klingeln - Genki erkannte schon das Geräusch der aufschwingenden Ladeklappe des DHL Autos auf der Straße und rannte aufgeregt zur Tür. (Und war immer sehr enttäuscht, wenn denn kein Paket für uns kam). Seine Begeisterung galt sehr schnell nicht nur den Paketen, sondern auch dem Mann, der sie brachte. Genkis überschwengliche Freude war zum Glück für unseren DHL Boten kein Problem. Genki wurde ebenso freudig von ihm begrüßt, gestreicheln, hochgenommen. So weit so gut.


Früher nahm ich regelmäßig Pakete für unsere Nachbarn entgegen und verstaute sie immer auf unserem Schuhschrank direkt bei der Eingangstür. Bis ich eines Tages eines dieser Pakete samt Inhalt in Fetzen im Flur verteilt vorfand. Von da an war klar: Keine Pakete mehr für Genki. Seiner Begeisterung für den Paketboten hat das nicht im Geringsten geschadet. Er wird so freudig begrüßt wie eh und je, auch wenn die Pakete nun schnell über ihn hinweg gereicht werden.

Wir machten weitere Fortschritte: Bald hatte ich Genki so weit, dass er hinter mir in der Wohnung stehen blieb, ich in Ruhe das Paket entgegennahm und er dann erst mit meiner Erlaubnis in den Hausflur lief um den Paketboten zu begrüßen. 

Und dann kam Momo. Momo hat zwar nie Pakete zerstören dürfen, aber, wenn Genki sich über etwas so unglaublich freut, dann muss es ja toll sein. Schnell teilte sie seine Obsession für unseren Paketboten. Nur leider klappt das hinter mir warten bei ihr noch garnicht. Am Anfang noch zurückhaltend, wurde sie immer frecher. Bald wurde der Paketbote mit schrillen Bellern von ihr angehüpft. Momo ist sehr kommunikativ und bellt auch beim Spielen mit Genki viel, schrill und laut. Also musste Plan B her. Bei Plan B nehme ich Momo auf den Arm und unser Paketbote legt mein Päckchen für mich auf unseren Schuhschrank. Genki wartet brav hinter mir.


Ein funktionierendes System, bis es heute an der Tür klingelte, ich Genki wie immer den Weg mit einem Bein versprerrte, Momo auf den Arm nahm, die Tür öffnete und feststellte: "Das ist aber nicht unser Paketbote". Ein junger Mann kommt mir entgegen, zwei große Pakete auf dem Arm. Und so stehen wir uns gegenüber. Er mit den Paketen, ich mit dem Hund. "Der ist aber süß" sagt er noch. In das Paketübergabesystem unseres sonstigen Paketboten ist er nicht eingeweiht. Also setze ich Momo ab um mein Pakete entgegenzunehmen. Ein riesiges Paket wird mir in die Hand gedrückt, da flitzt Momo auch schon an mir vorbei raus und springt den armen Mann schrill bellend an. Er weicht zurück, lässt dabei mein anderes Paket fallen. Da ist es auch bei Genki mit der Selbstbeherrschung vorbei und er rennt an mir vorbei, zielstrebig auf das Paket zu. Zwei Jahre ist es her, dass er ein Paket zerfetzen durfte. So lange hat er vermutlich sehnlichst auf genau diesen Moment gewartet und macht sich über das Paket her. Momo lässt augenblicklich vom Paketboten ab und unterstützt Genki begeistert in seiner Paketzerstörungsaktion. 

Und da war sie also - Die Situation, in der der Paketbote sich ängstlich gegen die Wand drückte und "Die sind aber aggressiv" stammelte, während Genki und Momo über einen Papierkarton herfallen. Was ich sehe sind zwei Hunde mit Herzchen in den Augen, die vermutlich den Spaß ihres Lebens haben. Was er sieht sind zwei blutrünstige Bestien mit scharfen Reisezähnen, die eine Paket malträtieren. Schnell lege ich mein Paket ab und rette das andere vor meinen Hunden, bevor sie es zum Inhalt schaffen. Genki und Momo folgen mir (=dem Paket) sofort in die Wohnung und der Paketbote sucht das Weite.

Ich weiss schon, woran ich in den nächsten Wochen wieder intensiver arbeiten muss - Momo muss wie Genki in der Wohnung warten, wenn es an der Tür klingelt. Dabei weiss ich eigentlich garnicht, wie ich das Genki überhaupt beigebracht habe. Ich habe schon immer versucht ihm mit dem Bein den Weg zu versperren. Lange hat er es ignoriert und irgendwann hat es plötzlich doch funktioniert und er blieb hinter mir sitzen.
(Lieber Paketbote, es tut mir ehrlich Leid!) ♡ Monika

Kommentare:

  1. Hihi, das kann man sich richtig vorstellen... ;)

    LG Andrea mit Linda

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  2. Liebe Monika,

    das gleiche Problem haben wir auch... :D Ringo liebt ebenfalls Pakete über alles und geht automatisch davon aus, dass jedes Paket für ihn bestimmt ist. Immerhin haben wir es mittlerweile geschafft, dass er auf seiner Decke wartet bzw. lauert, solange ich das Paket entgegen nehme. Wenn die Tür dann aber wieder zu ist, kommt er mir entgegen gesprungen und will an den Karton.

    LG und ich hoffe der Paketbote kommt weiterhin zu euch. ;)
    Ann-Christin & der Paketzerstörer Ringo

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  3. Kenn ich so ein bisschen^^ Ich bin ja selten da wenn etwas nach haus gebracht wird, aber wenn sind beide immer durch die Tür sofort raus und Cathy hüpft dem "Besuch (es ist für sie jeder ein Besucher^^) so lange vor die Beine bis sie beachtet wird und Kiwi läuft im Kreis - ist immer ein wirres treiben und beide gehen sehr gern mit dem Postmensch mit... (was auch immer sie davon haben) So bin ich auch einmal ohne Schuhe und Schlüssel bis unten hinterher und die Haustür war offen und ich habe im nassen mit Socken meine Hunde eingesammelt *yayyy*

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  4. Ich konnte den Film richtig sehen ... und auch das Gesicht des Paketboten ;) Wobei ich natürlich verstehe, dass Dir eher weniger nach Lachen war.
    Bei uns haben die Hunde sehr schnell gelernt, dass sie beim Klingeln an der Haustüre ins Wohnzimmer gehen und vor (oder eher hinter) der Glastür sitzen müssen ... egal, wer kommt. Damit haben wir alle keinen Stress und auch unsere Besucher haben Zeit zumindest mal Jacken abzulegen und uns zu begrüßen, bevor Damon und Cara dann auch ihre Streicheleinheiten bekommen. Der Paketbote ist dankbar dafür, denn er hat Angst vor Hunden und ihm genügt der Blick auf die Beiden - mehr Kontakt möchte er auch nicht!

    Ich bin schon gespannt, wie Du es in den Griff bekommst ... jetzt ist ja die perfekte Zeit zum Üben.
    Liebe Grüße,
    Isabella mit Damon und Cara

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  5. Ha ha, schön geschrieben. Ich muss mir erst einmal die Tränen aus den Augen wischen. Es ist doch schön, wenn sich die beiden so freuen. Es geht auch ganz anders. Charly freut sich nicht auf das Paket, sondern dass er den Postboten schreddern darf. Mittlerweile kommen immer mehr Pakete mit leckerem Inhalt bei uns an und Charly merkt langsam , dass es toll ist, wenn der Postmann klingelt.

    Liebe Grüße
    Sonja und Charly

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  6. Was für eine Story! Super und zumindest beim Lesen sehr witzig. Aber in der Haut des Paketboten will wohl keiner stecken :-)

    Wuff-Wuff euer Chris

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  7. Achje, ich kenne das Problem auch. Bei uns sieht es eigentlich genauso aus, nur, dass Lilly sich wohl als Erstes auf den Postboten stürzen würde, denn sie findet es sichtlich ka***, dass der ihre Päckchen zuerst in den Händen hält und vor allem so doof aka lebensmüde ist, jeden Tag bei uns aufzukreuzen. Ja, man könnte sagen, Lilly hasst Postboten (die sie ebenfalls schon am Motorgeräusch des Autos erkennt). Früher war das nicht so, unsere damalige Postbotin war aber so penetrant und wollte Lilly am liebsten komplett durchknuddeln, dass ich Lilly irgendwann vor ihr beschützen musste und Lilly für sich beschloss alle Postboten gleich blöd zu finden. Jetzt haben wir den Salat. Lilly muss immer im Haus warten, wenn ich die Post entgegen nehme. Leider bellt sie dabei noch ziemlich viel. Es fällt mir aber auch schwer mit ihr die Situation zu trainieren, weil unsere Postboten auch sehr schnell wieder weg sind und ich Gefahr laufe einen ruhigen Hund aber dafür keine Päckchen zu haben ^^

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  8. Also uns hast du ein Schmunzeln beschert und Kopfkino hatten wir auch noch :D
    Trotzdem wünschen wir euch viel Erfolg beim Training. Abby will auch immer nie warten und rennt dem Postboten schon entgegen... es könnte ja etwas für sie dabei sein...

    Liebe Grüße
    Diana

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  9. Vielen Dank für diese amüsante Geschichte! Mir gefällt dein Schreibstil sehr sehr gut und ich bin ein riesiger Bully-Fan. :)
    Einen schönen 2. Advent

    Maxi

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Vielen lieben Dank für Deinen Kommentar. ♡