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Mittwoch, 24. Februar 2016

Die Hyposensibilisierung beim Hund

Die Hyposensibilisierung beim Hund

Es ist endlich so weit - Unsere Hyposensibilisierungslösung ist angekommen und nun kann es mit Momos Therapie beginnen. Ich möchte euch hier ein wenig über den Ablauf der Hyposensibilisierung erzählen.

Bevor man eine Hyposensibilisierung beginnt, muss man natürlich erst einmal feststellen, wogegen der Hund allergisch ist. Das macht man durch einen Hautallergietest, worüber ich hier bereits geschrieben habe.

Was ist eine Hyposensibilisierung?
Die Hyposensibilisierung wird manchmal auch Desensibilisierung genannt, wobei dieser Begriff streng genommen falsch ist. Eine Sensibilisierung auf das betreffende Allergen bleibt vorhanden, lediglich die Reaktion des Immunsystems wird verändert. Einfach gesagt wird bei der Hyposensibilisierung dem Hund das Allergen, oder die Allergene, auf das/die er allergisch reagiert, immer wieder verabreicht. Das Immunsystem soll so lernen, dass das betreffende Allergen ungefährlich ist und  nicht mehr überempfindlich, oder zumindest weniger empfindlich, darauf reagiert.
Der genaue Ablauf im Körper ist natürlich ein wenig komplizierter.

Die Hyposensibilisierung beim Hund - Allergie Juckreiz Allergietest

Wie läuft die Hyposensibilisierung ab?
Nach einem Hautallergietest wird die Hyposensibilisierungslösung zunächst extra für den Patienten hergestellt. Hierbei können bis zu 8 Allergene in einer Lösung verarbeitet werden. In unserem Fall trifft sich das sehr gut, denn Momo reagierte auf genau 8 Stoffe allergisch. Hätte sie auf mehr Allergene reagiert, hätte man die schlimmsten rausgesucht. Ihre Heumilbenallergie wäre zum Beispiel vernachlässigbar gewesen, da sie mit Heu eigentlich nicht in Kontakt kommt. Man kann bei mehreren Allergenen jedoch auch eine zweite Lösung herstellen lassen.

Ist die Lösung da, sollen die ersten zwei Injektionen unter tierärztlicher Aufsicht verabreicht werden um im Fall eines allergischen Schocks sofort reagieren zu können. Der Allergische Schock ist hierbei die einzige gängigere Nebenwirkung der Hyposensibilisierung. In einigen seltenen Fällen kann es auch zu Durchfall und Erbrechen kommen. Zudem kann es zu Beginn der Therapie zu einer Verschlimmerung der Symptome kommen. Die Injektionen werden in den Nacken des Hundes verabreicht und sollen nach den ersten 2 Mal vom Hundebesitzer selbst verabreicht werden.

Zur Verabreichung und Dosierung der Injektionen gibt es, je nach Tierarzt und Hersteller, unterschiedliche Vorgehensweisen. Laboklin rät zum Beispiel dazu, die Dosis über 4 Monate langsam zu erhöhen. Unsere Lösung ist von Artu Biologicals Europe. Ich kann daher nur schreiben, wie es bei uns ablaufen wird:
Zu Beginn werden die Injektionen bei uns in einer niedrigen Dosis in zwei aufeinander folgenden Wochen injiziert, dann folgt 2 Mal je eine Woche Abstand mit einer etwas höheren Dosis, bis die Injektionen fortan nur noch ein Mal im Monat in gleichbleibender Dosis von einem Milliliter injiziert werden.

Ein Erfolg der Hyposensibilisierung kann sich nach 3-4 Monaten einstellen. Bei einigen Hunden kann es jedoch auch bis zu 9 Monaten dauern. Laboklin rät bei Erfolg zu einer Mindesttherapiedauer von einem Jahr. Wird die Therapie bei Momo anschlagen, werden wir diese jedoch auf Anraten unserer behandelten Tierdermatologin ihr Leben lang durchführen. Der Grund dahinter ist, dass ein Hund, der Allergien hat, eine natürliche Disposition dafür hat. Wird also eine Allergie bekämpft, kann es passieren, dass sich nach einiger Zeit neue Allergien entwickeln. Bei erfolgreicher Therapie wirkt das Fortsetzen der Hyposenibilisierung also der Entwicklung neuer Allergien vor.


Erfolgschancen & Kosten der Hyposensibilisierung
Die Erfolgschance der Therapie liegt bei Hunden höher als bei Menschen: 50-80% der behandelten Tiere kann durch die Hyposensibilisierung geholfen werden. Das bedeutet leider nicht, dass 50-80% der Hunde durch die Therapie vollständig geheilt werden, sondern lediglich, dass bei dieser Zahl die Symptome gelindert werden. Eine vollständige Heilung der Allergie ist auch möglich, jedoch eher selten. Laut einer Studie von Laboklin an 150 Hunden, gab es nur bei  13% der teilnehmenden Hunde ein vollständiges Abklingen der Symptome. Trotzdem ist die Chance auf eine Besserung sehr hoch: Fast 59% konnten eine deutliche Verbesserung der Symptome feststellen, bei weiteren 15% gab es immerhin eine leichte Verbesserung. Bei einem Drittel der restlichen Hunde, bei denen die Therapie erfolglos blieb, wurde die Hyposensibilisierung frühzeitig abgebrochen.

Die Kosten für die Hyposensibilisierung hängen von einigen Faktoren ab: Zum einen hat natürlich jedes Labor seine eigenen Preise, zum anderen richtet es sich jedoch auch danach, gegen wie viele Allergene hyposenibilisiert werden soll. Ein Flakon enthält 10 Milliliter und kostet bei uns 219€, sowie einen kleinen Betrag für Mehrwertsteuer und Versandkosten. Bei der Gabe von 1ml pro Monat reicht das theoretisch für 9-10 Monate. Langfristig können wir mit Kosten von etwa 280€ pro Jahr rechnen. Hinzu kommen regelmäßige Untersuchungen im Abstand von einigen Monaten. Der Preis von 219€ bezieht sich auf einen Flakon mit 5-8 Allergenen. Unter 5 Allergenen ist der Preis etwas günstiger.

Die Hyposensibilisierung beim Hund - Allergie Juckreiz Allergietest

Momo hat letzte Woche ihre erste Injektion bekommen. - Beim Tierarzt, um im Falle einer allergischen Reaktion sofort handeln zu können. Abgesehen davon, dass ich das Gefühl habe, dass sie sich nun noch mehr kratzt als zuvor, ist so weit ist alles ohne Komplikationen oder Nebenwirkungen gelaufen. Auch die nächste Injektion steht diese Woche beim Tierarzt an. Danach sollen wir die Injektionen eigentlich selbst Zuhause geben, weil das Risiko eines allergischen Schocks nur am Anfang bestehen soll. Unser Tierarzt hat uns hier etwas verunsichert, weil er - entgegen der Aussage unserer Dermatologin - meinte, seinem Verständnis nach müsste das Risiko mit der Zeit eigentlich ansteigen, fragt aber deswegen für uns noch einmal beim Hersteller Artu Biologicals selbst nach. Ende der Woche wissen wir dann hoffentlich mehr. Drückt uns die Daumen, dass die Therapie bei Momo gut anschlägt. Wir halten euch auf dem Laufenden!    ♡ Monika

Kommentare:

  1. Danke für den sehr ausführlichen Bericht. Ich wusste gar nicht, dass es die Hyposensibilisierung auch bei Hunden gibt. Wir drücken euch auf jeden Fall die Daumen und Pfoten, dass es klappt.

    Dem eigenen Hund eine Spritze zu verpassen, davor hätte ich riesige Angst. Hut ab.

    Liebe Grüße
    Sonja und Charly

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    1. Ich auch. Das darf deshalb mein Mann machen. ;)

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  2. ...toi, toi, toi auf das es klappt! ein sehr interessanter post!
    liebe grüße
    katrin

    ps: süßes neues header bild :-)

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  3. Oh, so eine Behandlung und so eine tapfere Momo.
    Es muss ihr einfach helfen und wir drücken ganz fest Daumen und Pfötchen, das es das auch bald tut.
    LG, Caspers Frauchen

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  4. Nun, nach den ganzen Strapazen sei es Euch von Herzen gegönnt, dass diese Therapie jetzt anschlägt. Da ich das Prozedere von der Allergietherapie bei Menschen kenne, kann ich mir die Wirkweise gut vorstellen.
    Im Übrigen wüsste ich auch nicht, ob ich Socke selbst spritzen könnte. Bis man bei Ihr durch das dicke Fell durch ist….

    Viel Erfolg und viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke

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  5. Vielen dank für die ausführliche Schilderung. Unser Hund, 5 Jahre, Schwarzer Russischer Terrier, reagiert allergisch auf natürliche und chemische Umweltallergene plus Futterunverträglichkeit.Dies äußert sich in sehr häufig geschwollenen entzündeten Ohren.
    Jetzt überlegen wir, da die Empfindlichkeit zunimmt, eine Hyposensibilisierung mit ihm durchzuführen.
    Dies scheint die einzig richtige Behandlung für eine Linderung zu sein.

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Vielen lieben Dank für Deinen Kommentar. ♡