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Montag, 4. April 2016

Zur Brut- und Setzzeit spielen alle ein wenig verrückt


Sie ist unter den Hundebloggern gerade in aller Munde: Die Brut- und Setzzeit. Eigentlich wollte ich garnicht darüber schreiben, denn zum einen habe ich selbst nicht viel dazu zu sagen, zum anderen habe ich das Thema vor 2 Jahren Mal angeschnitten. Damals ging es aber hauptsächlich darum, dass wir hier bei uns keine allgemeine Leinenpflicht zur Brut- und Setzzeit haben und dass ich, gäbe es eine solche Pflicht, nicht gerade über die (bei uns nicht vorhandenen) Ausweichmöglichkeiten in Form von Hundewiesen oder Parks glücklich wäre. Großartig angesprochen fühle ich mich bei dem Thema jedoch nicht. Eine gesetzliche Pflicht besteht bei uns wie gesagt nicht und Hunde sollen zu keiner Zeit Wildtiere jagen oder gar reißen. Wie Hundebesitzer das umsetzen ist letztendlich egal - Hauptsache sie setzen es um. 

Viele Blogger greifen das Thema aber auf und vertreten dabei ganz unterschiedliche Ansichten. Mit jedem neuen Artikel, den ich darüber gelesen habe, zog sich meine Augenbraue ein wenig weiter verdutzt nach oben und etwa nach dem 20. Blogeintrag oder Kommentar dazu auf Facebook war sie kurz davor mir aus dem Gesicht zu springen. Meine lieben Mitblogger, bitte nehmt es mir nicht übel, solltet ihr euch in einer der folgenden Aussagen wiederfinden, denn es handelt sich um reelle Aussagen wie ich sie auf anderen Blogs oder anderen Plattformen sinngemäß so gefunden habe. Ich meine es nicht böse. Ich wundere mich einfach nur.

Hundeblog

Die ersten Artikel, die ich dieses Jahr zum Thema gelesen hatte, vertraten etwa den folgende Meinung:

"Wildtiere müssen geschützt werden und die allgemeine Leinenpflicht muss stets eingehalten werden."
Der pflichtbewußte und gesetzestreue Hundebesitzer also. Der Hund darf von nun an für die nächsten 3-5 Monate (denn die Brutzeit ist bundeslandabhängig, bzw. gemeindeabhängig. Ja, in manchen Orten Deutschlands brüten Tiere scheinbar länger oder später als in anderen) nur noch an der Leine laufen. Überall. Alles andere ist nicht akzeptabel. Dabei ist es auch egal ob der Hund ein frischer Jüngling mit ausgeprägtem Jagdtrieb ist, oder ein blinder 17jähriger Senior mit 3 Beinen. Der Meinung kann man sein, oder auch nicht, aber eines muss ich sagen: Hier lobe ich mir die Konsequenz!

Es gab ein paar weitere Blogeinträge und Kommentare mit dieser Aussage, aber andere Meinungen ließen nicht lange auf sich warten.

"Wer seinen Hund nicht an der Leine führen kann, der hat als Hundebesitzer versagt. Hunde brauchen eh keinen Freilauf um glücklich zu sein. Meine Hunde dürfen in der Brutzeit aber trotzdem im Wald ohne Leine laufen".
Scheinbar kommt man nicht um diese Anschuldigungen hinweg, habe ich sie doch mehrfach gelesen: Wer - aus welchen Grünen auch immer - nicht bereit ist, seinen Hund von nun an 3-5 Monate ausschließlich an der Leine zu führen, der tut das nur, weil er es nicht kann. Hunde brauchen auch sowieso keinen Freilauf, man kann sie auch monatelang nur mit Kopfarbeit beschäftigen. Alle Hunde, denn wir wissen ja, alle Hunde sind gleich und das Auslastungsprogramm, das bei Hund 1 gut funktioniert, muss auch bei Hund 2 gut funktionieren. Diese Meinung kann man vertreten, warum man sie aber nicht selbst konsequent durchführt, ist mir nicht klar. In diesem Fall lässt besagter Autor seine Hunde entgegen aller getätigter Aussagen weiterhin im Wald frei laufen, jedoch nicht im Feld. Wie war das mit dem Hunde nicht an der Leine führen können und der Kopfarbeit noch Mal?

"Wildtiere zu schützen ist wichtig. Meine Hunde dürfen in der Brutzeit aber im Feld ohne Leine laufen".
Der eine lässt seine Hunde in der Zeit nur noch im Wald frei laufe, nicht aber im Feld. Der andere lässt sie in der Zeit nur noch im Feld frei laufen, nicht aber im Wald. Ja, ich hab' auch keine Ahnung, was ich hier noch zu sagen soll.

"Die allgemeine Leinenpflicht ist wichtig, denn nur mit ihr können Wildtiere geschützt werden. Außer da, wo sie nicht gilt."
Ich finde es immer löblich, wenn man bestrebt ist, sich an alle Gesetze zu halten. Und wenn es einem primär um das Einhalten von Gesetzen geht, dann macht es Sinn, seinen Hund dort an der Leine zu führen, wo es Pflicht ist und dort, wo es keine Pflicht ist, eben nicht. Wenn man aber im selben Atemzug schreibt, wie wichtig man die Leinenpflicht zur Brutz- und Setzzeit findet, weil es der einzige Weg sei um Wildtiere zu schützen, im nächsten Satz aber schreibt, dass man dann eben in ein Bundesland fährt, in dem diese Pflicht nicht gilt um seinen Hund frei laufen zu lassen, dann führt das bei mir mindestens zu oben genanntem Entfliehen meiner rechten Augenbraue. Ich kann aus eigener Beobachtung bestätigen: Auch in Bundesländern ohne gesetzlich vorgeschriebene allgemeine Leinenpflicht zur Brut- und Setzzeit gibt es Wildtiere.

"Ich verstehe garnicht, wieso sich Leute über die Leinenpflicht aufregen. Wer seinen Hund nicht monatelang nur an der Leine führen will, tut es, (Mal wieder) weil er es nicht kann. Und weil ich es kann, mache ich es nicht."
Während ich bei allen anderen Aussagen zur Leinenpflicht und Brutzeit eigentlich nur geschmunzelt habe, war das der einzige Beitrag, der mich aufgeregt hat. Erst einmal ist sie wieder da: Die Anschuldigung. Wer seinen Hund nicht an der Leine führen will, der macht das, weil er's einfach nicht drauf hat. Voll versagt, sozusagen. Man selbst hat's dagegen voll drauf. Der eigene Hund, der läuft so toll an der Leine und es macht ihm auch richtig viel Spaß. Und weil man selbst und der eigene Hunde es auch voll drauf haben, muss man sich auch garnicht an die allgemein geltende Leinenpflich halten. Wieso auch? Nur weil man ohne Probleme ausschließlich an der Leine laufen könnte, muss man es ja nicht gleich machen. Denn schließlich ist der eigene Hund super erzogen. Deshalb darf er auch trotz Leinenpflicht frei laufen und deshalb gelten für einen selbst auch Gesetze nicht. Und wieso regen sich die Leute eigentlich nochmal so über dieses Gesetz auf?  Tip: Vielleicht, weil sie sich im Gegensatz zum Autor an das Gesetz halten? Scheint ja doch nicht so völlig egal zu sein, wenn man, aus welchen Gründen auch immer, sich selbst nicht daran halten will.

Hundeblog
Bei den Aufnahmen dieser Bilder kamen keine Wildfrisbees zu Schaden.
Natürlich passiert es immer wieder: "Hund reißt Reh". Geht zu Googel, gibt diese Schlagzeile ein und ihr findet über 61000 Suchergebnisse. Natürlich gibt es Fehleinschätzungen von Hundebesitzern. Natürlich gibt es auch Hundebesitzer, die ihren Hund einfach in den Wald rennen lassen und sich nicht darum scheren, was dieser dort tut. Natürlich gibt es auch einfach dumme Unfälle. Aber das ist alles ein allgemeines Problem und kein "Brut- und Setzzeit-Problem", das nur an 3-5 Monaten im Jahr besteht. Ich habe mich auch schon mit Leuten unterhalten, die es allgemein unmöglich finden, Hunde im Wald frei laufen zu lassen - Egal zu welcher Zeit.

Man kann seinen Hund in dieser Zeit an die Leine nehmen, oder nicht, oder man kann seinen Hund in bestimmten Situationen oder an bestimmten Orten, die man selbst für kritisch erachtet, sei es nun der Wald oder das Feld, oder beides, an die Leine nehmen. Oder man kann seinen Hund da an die Leine nehmen, wo es das Gesetz vorschreibt und frei laufen lassen, wo es das nicht tut. Was nicht gut funktioniert, ist mit erhobenen Zeigefinger auf andere zu zeigen und zu sagen "ihr müsst" und es dann selbst nicht so zu tun. Oder sich selbst Regeln aufzustellen, die für alle gelten müssen. Eine Aussage in einem Artikel war sinngemäß: "Mein Hund jagt im Feld Hasen, deshalb muss er dort an die Leine. Im Wald kann ich ihn laufen lassen, weil er den Weg nicht verlässt. - Deshalb sollten alle Hunde im Feld an die Leine". Vielleicht interessiert sich ein andere Hund aber nicht für die Hasen im Feld, hat dafür aber Probleme im Wald auf dem Weg zu bleiben? Entweder es sind Gesetze und diese sollten für alle gelten, oder es sind eure eigenen Regeln, die ihr euch persönlich aufgestellt habt - Diese persönlichen Regeln gelten für euch und nicht zwangsweise auch für den Nachbarshund.

Mir ist es eigentlich relativ egal, welche Einstellung man zur Leinenpflicht (egal ob gesetzlich oder freiwillig) während der Brut- und Setzzeit hat, solange wir uns alle einig sind, dass keine Wildtiere zu schaden kommen sollen. Handhabt es, so wie ihr es für richtig haltet oder wie eure Gesetze es vorschreiben.
Was mich aber stört, sind erhobenen Zeigefinger und inkonsequenten Moralpredigten. "Die Leinenpflicht ist wichtig und muss unbedingt eingehalten werden!" Außer an diesem einen Ort, außer da, wo sie kein Gesetz ist, überall, nirgendwo, außer im Wald, außer im Feld, außer beim eigenen Hund.
  Monika

Kommentare:

  1. Ein wirlich sehr interessanter Artikel und ich stimme dir vollkommen zu.Ich lasse Charly das ganze Jahr im Wald nicht ohne Leine laufen. Das mache ich aber nicht, weil es gesetzlich verboten ist, sondern weil ich meinen Hund kenne. Kaum hat er eine Hasenspur in der Nase ist er weg. Die ganzen Diskussionen über die Leinenpflicht lassen mich kalt. Ich finde, jeder kennt seinen Hund und weiß, was er ihm zumuten kann.

    Liebe Grüße
    Sonja und Charly

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  2. You have some cool bandanas. It's so nice to see you guys playing
    Lily & Edward

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  3. Ein toller Artikel, vielen Dank. Wir halten es wie Charly und sein Frauchen, auch wir kennen unseren kleinen Jagdcavalier Casper und wissen einzuschätzen, wann die Leine mal abdarf und wann besser nicht.
    LG, Caspers Frauchen

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