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Montag, 21. November 2016

Glücksmoment


Ich habe eine Weile überlegt, ob ich diesen Beitrag überhaupt schreiben soll, denn für mich gehören Fotos genau so zu einem Blogbeitrag wie Text und wenn ich zu einem Ereignis keine brauchbaren Bilder habe, schreibe ich oft einfach nicht darüber. Außerdem bin ich mir nicht sicher, ob es für Außenstehende überhaupt nachvollziehbar ist, wie viel mir so ein kleiner, für die meisten Hundebesitzer vielleicht selbstverständlicher, Moment bedeutet hat. Trotzdem sind ein paar Fotos entstanden - sehr spontan, denn die Kamera befand sich aufgrund des schlechten Dämmerlichst eigentlich auseinandergeschraubt im Rucksack und wurde hastig hervorgekramt. Auf die Kameraeinstellungen habe ich in diesem Moment auch nicht mehr geachtet und so richtig schöne Momente konnte ich in der Eile leider auch nicht einfangen. Trotzdem möchte ich darüber berichten, denn eigentlich war es für mich einer der schönsten Hundemomente, die ich seit langem hatte.

Wir waren wie meistens auf unseren heimischen Feldern unterwegs. Es war schon recht spät, die Sonne am untergehen, da sahen wir in der Ferne ein Menschenpaar und einen kleinen Punkt am Boden. Normalerweise ist das bei uns kein Grund zur Freude, da Hundebegegnungen bei uns ja eher problematisch sind. Der kleine Punkt lief frei über die Felder, so dass wir, wie es wir in diesen Situationen immer machen, Momo frei laufen gelassen und Genki angeleint haben. Je näher wir dem Punkt kamen, desto mehr dämmerte es uns: Entweder führt da jemand einen Hasen spazieren, oder das ist ein Bully! Für alle, die schon Schwierigkeiten haben Genki und Momo auseinanderzuhalten, kommt hier sicherheitshalber der Hinweis, dass es sich bei dem Hund auf den Fotos weder um Genki noch Momo handelt.  😉


Die Begegnung lief zunächst ab, wie immer. Genki stockte und spannte sich an, Momo lief zögerlich und in ihrem ganzen Repertoire vor sich hin jammernd voraus. Es gab ein kurzes Beschnuppern zwischen ihr und dem Fremdbully und dann begann die kleine Hundedame freudig um uns herum zu flitzen. Kreuz und quer, links und rechts, Hakend schlagend wirbelte sie um uns herum und forderte zum Rennen auf. Tatsächlich hat Momo auch ein paar Ansätze gewagt ihr etwas hinterherzurennen. Nur ist das bei Momo leider nicht unbedingt ein Jagd-Spiel, sondern eher ein Vertreib-Spiel und ihre einzige Freude liegt daran, dass sie sich stolz einbildet den fremden Hund vertreiben zu können. Denn leider hat sich Momos Verhalten fremden Hunden gegenüber schon seit der ersten Welpenstunde nicht geändert. Fremde Hunde findet sie eigentlich ziemlich doof. Wenn es größere oder selbstbewußte Hunde sind, hat sie eher Angst. Sind die Hunde noch kleiner als sie, Welpen, oder eben Hunde, die vor ihr wegrennen, wird sie dagegen größenwahnsinnig. Das ist alles alleine nicht so problematisch. Klar hätte ich es lieber, sie würde fremden Hunden freudig begegnen, aber so ist es nun Mal nicht und solange sie ihnen nicht wie Genki an die Kehle springen und sie töten will, kann ich damit gut leben.

Jetzt flitze die kleine Bullydame, Ella war ihr Name, dabei immer wieder gefährlich nahe an Genki vorbei. Man konnte dabei aber regelrecht sehen, wie alle Anspannung von ihm abfiel und jedes Mal, wenn sie nahe an ihm vorbei kam, warf er sich in die Leine und versuchte ihr hinterherzurennen. Also haben wir etwas gemacht, dass bei uns nur alle Jubeljahre passiert: Wir haben Genki abgeleint. Ich weiss nicht einmal, wie lange es zurückliegt, dass wir das gemacht haben, es sind sicherlich Jahre! Klar haben wir Genki auch seit dem Mal immer wieder einen neuen Hund vorstellen müssen oder dürfen, aber da sind wir immer erst eine Weile zuvor gemeinsam an der Leine gelaufen um Genki eine Eingewönunsgzeit zu geben und selbst diese Gelegenheiten waren extrem selten:  Unser Besuch von Linda dieses Jahr und unsere Zusammenführung mit Pastora, die schon über zwei Jahre zurückliegt, sind gerade die einzigen Gelegenheiten, die mir hier einfallen (Und natürlich auch die Vorstellung von Momo oder Cathy, aber bei Welpen hat Genki noch nie Probleme gemacht). Ich kann mir den Luxus, Genki auf fremde Hunde loszulasse selten erlauben, weil man bei ihm nie so recht weiss, wie er reagieren wird und leider immer die Möglichkeit besteht, dass er sich mit voller Tödungsabsicht zähnefletschend auf den fremden Hund stürzt. Und so haben wir selten die Gelegenheit überhaupt herauszufinden, ob Genki den Hund etwa mögen könnte, da wir bei Begegnungen, bei denen ein Hund an uns herankommt oder an uns vorbeiläuft, in der Rege nie über die angespannte Phase hinauskommen, bei der Genki mit aufgestelltem Kamm, oft sogar vor Anspannung zitternd, dasteht. Manchmal wirft er sich auch gleich bellend und knurrend gegen die Leine. Dann weiss ich sofort, dass das keine große Liebe wird, aber diese Anzeichen sind leider nicht immer vorher da. Ich hatte auch schon Hundebegegnungen, bei dem fremde Hunde an (den natürlich angeleinten) Genki rankamen, er wie gewohnt stocksteif da stand und erst dann, als der Hund schon direkt vor seiner Nase stand, spontan beschloss zu explodieren. Genki ist bei fremden Hunden wie ein Russisch Roulette. Den Luxus neue Hundefreunde zu finden, haben wir daher leider nicht.

Und deshalb war für mich dieser so seltene Moment etwas ganz besonderes. Ich hätte fast vor Freude weinen können, als ich Genki mit der kleinen Ella freudig über die Felder habe flitzen sehen. So war Genki in den ersten 2 Lebensjahren immer und ich wünsche mir so oft, dass es wieder so sein könnte. Wenn er in seinem Verhalten mit anderen Hunden nicht so unvorhersehbar wäre, könnte er so viele Hundefreunde haben. So kann ich diese an einer Hand abzählen.


Einen kleinen Wermutstropfen gab es trotzdem: Während Genki mit Ella um die Wette gerannt ist, mussten wir Momo hoch nehmen, denn sie wird dabei zur Furie. Bei ihr spielt hier zum einen pure Eifersucht eine große Rolle, zum anderen natürlich die Tatsache, dass sie fremde Hunde einfach Mal doof findet und, wenn Genki dabei ist, sich Sachen traut, die sie alleine nie wagen würde. Ich kann dann nicht garantieren, dass sie den fremden Hund nicht tatsächlich angreifen würde, also hing sie keifend und sich wie ein Aal windend im Arm, während Genki seinen Spaß hatte. Irgendwann ging Genki leider dazu über Ella anrammeln zu wollen - Er ist kein penetranter Rammler und bei ihm hat das auch wenig mit Dominieren oder Paarungsverhalten zu tun, sondern ist einfach Teil des Spielverhaltens, das auftritt, wenn er ganz besonders aufgeregt ist. Trotzdem weiss ich natürlich, dass einige Hündinnenbesitzer da extrem empfindlich reagieren (Ein Mal, als Genki noch mit allen Hunden verträglich war und mit einer Hündin gespielt hat und dann irgendwann aufsteigen wollte, hat der Besitzer seine Hündin lieber an der Leine am Halsband in die Luft hochgezogen und halb stranguliert, als das zuzulassen. Ich fand das Verhalten damals schon übertrieben und, jetzt wo ich selbst Hündinnenbesiter bin, finde ich es immernoch übertrieben) und habe Genki zu mir gerufen und wir sind weiter gelaufen. Genki schaute noch ein wenig wehmütig Ella hinterher und hatte dabei Hundesabber auf dem Kopf und den Ohren. Ob es sein eigener, oder Ellas war, weiss ich nicht.

Kommentare:

  1. Hallo Monika, deine Beschreibung der Hundebegegnung hat uns gerührt, so ein unerwarteter Glücksfall. Wir hoffen ihr begegnet der kleinen Ella wieder einmal, sie scheint eine besondere ausstrahlung zu haben.
    Grüsse von Ayka mit Erika

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  2. Deine Geschichte ist sooo süß! Ich kann deine Angst verstehen. Bei Charly weiß ich auch nie, wie er auf den anderen Hund reagiert. Wir üben aber fleißig mit Maulkorb. Ich hoffe, ihr begegnet der kleinen Ella jetzt öfters, damit ihr noch ganz viele Glücksmomente sammeln könnt.

    Liebe Grüße
    Sonja und Charly

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  3. Ich kann Deine Glücksgefühle vertehen - nicht jeder Hund verträge sich mit jedem und wir merken mittlerweile, dass Damon auch sehr wählerisch wird ;) Zum Glück ist er aber ganz groß im "Ignorieren" . wenn er den Hund nicht bemerken will, dann tut er das auch nicht.
    Aber es tut der Seele gut, wenn man so entspannt schauen kann wie der eigene - nicht immer freundliche - Hund einen neuen Tobepartner gefunden hat.
    Ich wünsche euch noch mehr dieser schönen Momente und sende liebe Grüße,

    Isabella mit Damon und Cara

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  4. Wie wunderbar geschrieben. Ich bin ganz gerührt und kann Deine Freude so gut verstehen. Es sind eben die kleinen Dinge, die für viele selbstverständlich sind, die einen glücklich machen. Ich freue mich sehr für Dich und wünsche Dir noch ganz viele dieser Momente.

    Weiß Du, in unserer Serie, das hat sie ja noch nie gemacht, wird ein Beitrag kommen, indem Socke nach einen fast zweistündigen Spaziergang mit zwei Hunden über ein Feld flitzt. Ich war so erfreut, glücklich und habe geweint. Die Bilder sind gar nichts geworden und dennoch hebe ich sie auf und liebe sie. Ob ich sie noch zeige, wenn ich darüber berichte, das weiß ich noch nicht. Während die meisten Hunde mit anderen Hunden rennen, tut Socke das nicht und ich war so glücklich, so wie Du….

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke

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  5. Was für ein schöner Moment! Ich kann dich da nur zu gut verstehen, während Nora und Rico beide super verträglich sind, ist Sam das genaue Gegenteil. Auch bei ihm kann ich die Hunde, die er nicht fressen will, an einer Hand abzählen.
    Liebe Grüße
    Jasmin mit Nora, Rico und Sam

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  6. Oh wie schön!!!!! Sowas kann ich so gut nachvollziehen!
    Ren hatte in seinem Leben bisher 1!!! Hund mit dem er gespielt hat (seitdem nie nie wieder) und Stimpy ist so eine Borste dass sie auf Spielen so überhaupt keinen Bock hat. Anfangs immer recht zögerlich und mit einem Mal explodiert sie und prügelt drauf los :( Ja, das sind zur Zeit unsere Hundebegegnungen. Angeleint dran vorbei :(
    Ich hätte vermutlich vor Freude am Feld gestanden und hätte geweint....

    Viele liebe Grüße
    Steffi mit Ren & Stimpy

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  7. Vielen Dank, dass du den Artikel doch veröffentlicht hast.
    Ich war sehr erfreut während dem lesen :) Muss mich wohl noch eine Weile hier auf deinem Blog verweilen.
    Und schöne Bilder sind es auch noch geworden.

    Ich glaube du hast dich mit deinem Blog auf meine Lesezeichen gesetzt ;)

    LG Rafael

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Vielen lieben Dank für Deinen Kommentar. ♡