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Freitag, 15. September 2017

Die Perspektive bei der Hundefotografie

Hundefotografie - Perspektive

Heute wagen wir uns auf unserem Blog Mal in unbekannte Gewässer und versuchen Fototipps zu geben. Das ist etwas, wovon ich sonst eher Abstand nehme, weil ich meine eigenen Fotos oft zwar mag (und ebenso oft auch nicht), mir aber bewusst bin, dass die technische Umsetzung meistens nicht optimal ist. In der Regel verstehe ich die Theorie, habe aber Schwierigkeiten sie in der Praxis umzusetzen. Deshalb gibt es hier auch keine Tipps zu den richtigen Einstellungen eurer Kamera bei der Fotografie von Hunden, sondern etwas ganz anderes, mit dem, so finde ich, jeder seine Fotos verbessern kann. Und das gute daran ist, dass es auch ganz egal ist, womit ihr fotografiert - egal ob mit der Spiegelreflex-, System- oder Kompaktkamera oder sogar mit dem Handy - wenn man die Perspektive bei der Hundefotografie beachtet, kann man jedes Bild ungemein verbessern.

Es ist etwas, das man in jedem Buch und jedem Artikel über die Hundefotografie lesen kann: "Fotografiert eure Hunde auf Augenhöhe." Genau diesen Tipp wollte ich vor einiger Zeit an jemanden weitergeben und wurde gefragt, weshalb man das so machen sollte. Ohne Bildmaterial konnte ich es aber außer mit "Weil es besser aussieht" schwer erklären. Deshalb habe ich zur Veranschaulichung in letzter Zeit immer Mal wieder versucht die selbe Situation auf Augenhöhe und von oben zu fotografieren um den direkten Vergleich zu haben.

Einen Hund auf Augenhöhe zu fotografieren bedeutet sich mit der Kamera auf seine Gesichtshöhe zu begeben. Wenn man einen großen Hund hat, genügt es dazu oft schon in die Hocke zu gehen. Bei kleineren Hunden muss man sich aber oft auch auf den Boden legen. Man kann sich auch, wenn man sich nicht flach auf den kalten Boden legen möchte, nur auf die Knie begeben und die Ellbogen auf dem Boden aufstützen (und hoffen, dass einem keiner zuschaut, weil man sehr albern aussieht, wie man seinen Hintern dabei in die Höhe streckt). Für mich hat das auch den Vorteil, dass ich meine Ellbogen auf dem Boden aufstützen kann und so einen stabileren Halt für meine Kamera habe und so das Verwackeln vermeiden kann. Andererseits ist man so natürlich gerade bei Fotos von Hunden in Bewegung weniger flexibel, was vermutlich ein Grund ist, weshalb ich lieber mit Telezooms statt mit Festbrennweiten fotografiere.


Das erste Beispiel ist mit meinem Telezoom entstanden und Momo war, als ich das Bild gemacht habe, noch sehr weit von mir entfernt. Deshalb wirkt es auch beim ersten Hinschauen auf dem linken Bild, das aus dem Stehen entstanden ist, als hätte ich sie frontal fotografiert. Im Vergleich zum rechten Bild, das auf dem Boden entstanden ist, wirkt die Perspektive sehr ähnlich, aber spätestens am Hintergrund erkennt man den Unterschied. Auf dem linken Bild sieht man nur den Boden und die Perspektive wirkt verzerrt.

Hundefotografie

Beim zweiten Bild ist es ganz ähnlich, wobei ich hier näher an Genki und Momo stand und sie auf dem linken Bild von leicht schräg oben fotografiert wurden. Hier fällt der verzerrte Hintergrund besonders auf. Auf dem linken Bild sieht es fast aus, als wäre hinter den beiden eine Steigung und nur der Boden als Hintergrund sieht gleich weniger ansprechend aus als saftiges Grün und Berge (Vom Strommast wollen wir jetzt Mal nicht reden). Hier sieht man aber nicht nur am Hintergrund, sondern auch an den Hunden selbst schon ganz gut, wie viel schöner das Bild wirkt, wenn man sie auf Augenhöhe fotografiert.

Hundefotografie - Hunde auf Augenhöhe aus der richtigen Perspektive fotografieren

Je näher man am Hund steht, desto größer ist der Unterschied in der Perspektive und desto größer die Wirkung. Bei den nächsten Fotos lag Genki auf unserem Balkon. Bei einem liegenden Hund muss man selbst eigentlich immer, egal wie groß oder klein dieser ist, auch auf dem Boden liegen um die Perspektive richtig einzufangen. Wir wollen schließlich das Gesicht unseres Hundes auf dem Bild haben und nicht nur die Schädeldecke.


Ein weiterer Vorteil der automatisch entsteht, wenn man den Hund auf Augenhöhe fotografiert, ist die Tiefenunschärfe, wenn Objektiv und Kameraeinstellungen denn die richtigen Voraussetzungen mit sich bringen. Möchte man einen unscharfen Hintergrund im Bild, ist es wichtig, dass das zu fotografierende Objekt, in diesem Fall der Hund, einen gewissen Abstand zum Hintergrund hat. Je größer dieser Abstand, desto leichter lässt sich die Tiefenunschärfe umsetzen. Wenn man den Hund jedoch, wie auf den linken Bildern, aus dem Stehen heraus fotografiert, ist der Hintergrund immer der Boden und der Hund ist natürlich davon nicht weit entfernt. Der Hintergrund wird nicht unscharf, der Hund hebt sich nicht richtig aus dem Bild hervor und der Boden gibt auch selten eine schöne Fotokulisse her. Egal wie schön die Landschaft ist - Wenn ihr euren Hund aus dem Stehen fotografiert, habt ihr selten viel davon auf dem Bild.

Hundefotografie - Hunde auf Augenhöhe aus der richtigen Perspektive fotografieren

Es gibt natürlich auch einige Situationen, in denen auch ein von oben fotografierter Hund ein wunderschönes Bild abgeben kann. Vorzugsweise sind das Situationen, in denen der Hund direkt vor einem sitzt und nach oben schaut. In diesem Fall wird aber dennoch "auf Augenhöhe" mit dem Hund fotografiert, denn er richtet ja auch in dieser Perspektive sein Gesicht frontal auf die Kamera.

Hunde fotografieren - Die Perspektive

Ganz anders sieht das selbe Motiv aus, wenn der Hund nicht nach oben in die Kamera blickt. Selbst ohne einem ansprechenden Hintergrund macht es einen riesigen Unterschied, ob man seinen Hund im Stehen oder Liegen/Hocken fotografiert.


Heute ist das Fotografieren meiner Hunde auf Augenhöhe für mich eine Selbstverständlichkeit und ich frage mich, wie ich sie je anders fotografieren konnte. Wenn ich mir aber nicht nur viele Hundebilder im Internet anschaue, sondern auch in unserem eigenen Blog 2 oder 3 Jahre zurückblicke und sehe, wie ich Genki und zu Beginn auch Momo konsequent aus dem Stehen heraus fotografiert habe, dann wird mir bewusst, dass dieser doch so naheliegende Tipp wohl garnicht so naheliegend ist. Wenn ihr bisher noch nicht auf die Perspektive, aus der ihr eure Hunde fotografiert, geachtet habt, dann leitet euch dieser Blogbeitrag vielleicht dazu an, mit der Perspektive zu spielen und selbst auszuprobieren, wie sehr sich ein Bildergebnis mit der eigenen Position verändert.

Kommentare:

  1. Ich muss gestehen, dass ich die meisten Bilder im Stehen mache. Die Hunde spielen nur schön miteinander, wenn ich mich auch bewege, außerdem muss ich bei meinen Winzlingen wirklich sehr nah an den Boden. Das mag ich nicht allzu oft tun. Wenn ich mir mit den Fotos richtig Mühe geben will, dann mach ich es. Aber meistens sind es bei uns halt eher Schnappschüsse als wirklich gute Fotos... Aber Spaß macht es mir trotzdem und von daher akzeptriere ich das.
    Der Tipp ist allerdings wirklich gut und ich muss gestehen, dass mir auch die Bilder bei denen ich mich zu ihnen auf den Boden begebe besser gefallen nur gibt das bei meinen meist nur Standbilder, weil die sämtliche Aktivität einstellen, wenn ich mich hinlege. Ganz selten, dass sie zumindest kurz weiterspielen.

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  2. Ein schöner Beitrag - besonders mit den passenden Bildern hinterlegt. Ich muss zugeben, ich kenne diesen Hinweis schon sehr lange ... und manchmal ignoriere ich Ihn ganz konsequent :) Allerdings habe ich für mich auch immer gute Ausreden parat - es regent, die Hunde sind so weit auseinander, wenn ich jetzt in die Hocke gehe bewegen sich die Hunde weg ...!
    Ich muss aber zugeben, die Bilder auf Auganhöhe sind wirklich um einiges schöner als die anderen. Aber ich bin bei (meinen) Bilder relativ anspruchslos - aber ich werde versuchen, den Rat öfter zu beherzigen!

    Liebe Grüße,
    Isabella mit Damon und Cara

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  3. Dickes Kompliment für diesen tollen Artikel! Die Beispielbilder dazu fand ich klasse und sie haben für mich das Thema sehr gut veranschaulicht. Ich fotografiere zwar schon sehr lange auf Augenhöhe - was mir bei Lottchen und kleinen Welpen auch manchmal schwer fällt - aber dein Hinweis mit dem schöneren Hintergrund war mir bisher überhaupt nicht bewusst. Dabei macht gerade dieser viel von der Bildwirkung aus!
    Ich würde mich freuen, wenn du aus dem Thema "Fototipps" eine kleine Serie machen würdest. Ein Blick für das Motiv zu entwickeln finde ich viel wichtiger als technisches Wissen. Da kann man zur Not zur Automatik greifen - aber nicht beim Motiv.
    Liebe Grüße
    Sabine

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  4. Ich liebe Deine Bilder. Tolles Hundilein und super hübsch noch dazu. Ich hoffe ich bin auch mal so weit, so tolle Fotos zu machen. LG Claudia&Lady

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  5. Ich liebe Deine Bilder auch und werde dieses Niveau nie erreichen. ich fotografiere auch nur mit einer Bridgekamera....

    Dennoch habe ich das Prinzip der Augenhöhe tatsächlich verinnerlicht und mache 80 % der Bilder vom Boden aus... Mit den Hintergründen gelingt es mir nur bedingt, weil Socke - wegen der Leine - oft zu nah ist. Aber wir sind immer an guten Tipps interessiert.

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke

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  6. Danke für die Erklärungen, da muss ich wirklich meine Knipse ein wenig mehr in die Knie zwingen, bei meiner Grösse ist ja das auf dem Boden legeen ja nicht unbedingt notwendig.
    WE-Grüsse von Ayka

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Vielen lieben Dank für Deinen Kommentar. ♡