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Freitag, 16. Februar 2018

Anleitung: Hundemantel selbst nähen

Hundemantel Hundejacke selbst nähen Anleitung Schnittmuster

Ich gebe zu, ich drücke mich schon seit einer Weile um diesen Beitrag, denn mir fällt es doch etwas schwer einzelne Nähschritte gut zu erklären, aber schon seit ich im letzten Jahr unsere ersten selbstgenähten Hundemäntel gezeigt habe, werde ich immer wieder nach einem Tutorial gefragt. Deshalb kommt nun unsere längst überfällige Nähanleitung für Hundemäntel. Das hier ist eine etwas abgewandelte Variante unserer üblichen Mäntel mit offenem Fellkragen, denn zum einen ist in ihnen der Hals nicht wirklich geschützt, so dass wir Genki und Momo an kalten Tagen noch zusätzlich einen Loop anziehen mussten, zum anderen ist der Fellkragen auch etwas schwieriger zu nähen und erfordert ein paar knifflige Schritte, die von Hand genäht werden müssen.

Für unsere Hundemäntel braucht ihr neben einer Nähmaschine und passendem Nähgarn Drückknöpfe, eine Druckknopfzange, sowie mindestens einen Außen- und einen Innenstoff. Für besonders warme Mäntel verwende ich noch einen dritten Futterstoff und diese Anleitung zeigt euch das Nähen mit drei Stoffschichten. Für Nähanfänger empfehle ich euch jedoch es erst einmal mit zwei Schichten zu versuchen. Die dritte Schicht macht den Vorgang nicht wirklich komplizierter, sie kann aber für einer gewöhnlichen Haushaltsnähmaschine durch die Dicke eine große Herausforderung darstellen und etwas Nerven erfordern, während man mühevoll versucht dicke Stoffbahnen unter den Nähfuß zu bekommen.

Als Außenstoff eignen sich besonders wasserabweisende oder gar wasserdichte Stoffe wie Nylon, Polyester, Taslan, Cordura oder Softshell. Viele Polyesterstoffe sind nur hauchdünn, so dass ich diese oft selbst zusätzlich absteppe. Dafür braucht ihr nur Steppwatte, die ihr auf die Rückseite eures Polyesterstoffes legt und dann mit parallelen Linien zusammennäht. Man kann aber auch schon fertig vorgesteppten Polyesterstoff kaufen, wie ich in hier in dieser Anleitung als Außenstoff verwendet habe.
Ein Tipp: Vielleicht haben andere Hunderassen das Problem weniger, aber bei Bulldoggen ist es etwas schwierig den Kragen so zu gestalten, dass er nicht zu locker sitzt, aber gleichzeitig bequem über den Dickschädel passt. Deshalb bietet es sich an für den Kragen sowohl für den Außen- als auch Innenstoff Fleece oder einen anderen leicht dehnbaren Stoff zu verwenden und auf die Fütterung zu verzichten. Mit einem dehnbaren Stoff im Kragen lässt sich der Mantel leichter an - und ausziehen.

Als Innenstoff nehme ich immer Fleece. Achtet beim Kauf darauf, dass es sich um einen möglichst dicken und somit gut wärmenden Fleecestoff handelt, denn gerade die sehr günstigen Fleecestoffe sind oft sehr dünn und haben keine so gute wärmende Eigenschaft. 

Als Futterstoff nehme ich entweder normale Steppwatte oder wie hier ein Volumenvlies namens "Thermolam" der Marke Vlieseline. Thermolan hat hitze- und kälteabweisende Eigenschaften und lässt sich einfach verarbeiten.


Bevor das eigentliche Nähen beginnt, braucht ihr ein für euren Hund passendes Schnittmuster. Es besteht aus nur drei Teilen: Einem Rückenteil, einem Bauchteil und einen Kragen. Ich habe damit begonnen das Schnittmuster auf gut Glück auszuschneiden, an Genki anzupassen und immer weiter abzuändern. Wie ihr sehen könnt, hat es recht viele Umarbeitungen gebraucht. Als das Papierschnittmuster saß, habe ich einmal ein schnelles Probenähen mit einer alten Tischdecke gemacht, nur um zu sehen, ob alles letztendlich so sitzt wie es soll. Das Erstellen des richtigen Schnittmusters finde ich beim Nähen eines Hundemantels eigentlich am Schwierigsten und zumindest bei mir ist es ein fortlaufender Prozess, da ich immer wieder Kleinigkeiten abändere. Ein halber Zentimeter mehr oder weniger hier oder da, ein etwas anderer Winkel, ständig fehlt etwas zum perfekten Sitz.


Wenn ihr euer Schnittmuster erstellt habt, werden die einzelnen Teile auf der Rückseite eures Stoffes aufgezeichnet und ausgeschnitten, bis ihr von jedem Teil und jedem Stoff eine Version habt.


Nach der Vorbereitung geht es an das Zusammennähen. Ich beginne mit dem einfachsten Teil, dem Brustteil. Die Stoffteile werden mit der schönen Seite nach Innen aufeinander gelegt. Wenn ihr zwei Stoffschichten verwendet, legt ihr also euren Oberstoff mit der schönen Seite nach oben zeigend und euren Fleecestoff mit der schönen Seite nach unten zeigend drauf. Wenn ihr einen zusätzlichen Futterstoff verwendet, kommt dieser nicht dazwischen, sondern ganz oben oder ganz unten drauf. Dann steckt ihr die Stoffschichten mit Stecknadeln ab und näht einmal am Rand entlang. An einer Stelle lasst ihr eine Wendeöffnung.


Durch die Wendeöffnung wird das Ganze nun auf die richtige Seite gedreht. Da die Wendeöffnung recht klein ist und man schlecht an die Kanten kommt, verwende ich hier ein Esstäbchen um sie richtig nach außen zu stülpen. Jetzt müsst ihr nur noch den oberen und unteren Stoff an der Wendeöffnung nach innen stülpen und den Brussteil ein Mal komplett am Rand entlang abnähen. Schon ist der erste Teil eures Hundemantels fertig.



Jetzt geht es an den Rückenteil. Als erstes faltet ihr jeden Zuschnitt des Brussteiles einzeln einmal längs mit den schönen Seiten nach innen zeigend in der Mitte und näht in vorne am Halsausschnitt zusammen. Wenn ihr das mit allen zwei, beziehungsweise drei Zuschnitten gemacht habt, legt ihr sie wie auch zuvor beim Brustteil zusammen: Erst den Oberstoff mit der schönen Seite nach oben zeigend, dann den Fleece mit der schönen Seite nach innen und dann, wenn ihr denn einen verwendet, den Futterstoff oben oder unten drauf. Auch diese Stoffteile werden nun abgesteckt und ein Mal außen herum abgenäht. Die Kopföffnung wird dabei ausgespart, denn hier kommt gleich der Kragen dran.


Nun geht es dem Hundemantel an den Kragen. Ihr faltet die Zuschnitte für den Kragen jeweils quer in der Mitte und näht sie am offenen Ende zusammen. Das macht ihr ein Mal mit dem Außenstoff, ein Mal mit dem Fleecestoff, und, wenn ihr einen verwendet, ein Mal mit dem Futterstoff.


Jetzt beginnt der etwas knifflig zu erklärende Teil, aber keine Sorge: eigentlich ist es ganz einfach! Ihr nehmt den Rückenteil, der noch nicht auf die richtige Seite gewendet ist und zieht den Unterstoff (auf meinem Foto der Teil links zusammen mit dem Futterstoff) in die eine Richtung und den Oberstoff in die andere Richtung, so dass ihr zwei Halsöffnungen habt, durch die ihr quasi in den Mantel hinein greifen könntet. Jetzt wird der Kragen in die Halsöffnung hineingelegt. Ich beginne mit dem Oberstoff und lege den Kragen mit der schönen Seite nach außen zeigend in die Halsöffnung des Rückenteils an den Oberstoff, so dass die schönen Stoffseiten aufeinander zeigen. Mein Kragen ist geschwungen zugeschnitten und so gedacht, dass der Teil, der am Rücken liegt, länger und der Teil an der Kehle kürzer ist. Der längere Teil muss also am Rücken aufliegen und die geschwungene Seite nach innen zeigen, während die gerade Seite zusammen mit der Halsöffnung vom Rückenteil abschließt. Das klingt jetzt erst Mal sehr kompliziert, aber im Prinzip müsst ihr nur den Kragen komplett in die Halsöffnung legen und das ganze mit Stecknadeln abstecken. Den (optionalen) Kragen aus dem Thermolam habe ich hier ebenfalls innen eingelegt und mit abgesteckt.


Jetzt wird das Ganze am Rand entlang zusammengenäht und sieht dann aus wie auf dem unteren linken Foto. Auf dem Bild rechts davon sehr ihr zur besseren Veranschaulichung, wie es aussieht, wenn ihr den angenähten Kragen rauszieht.


Nun wird der selbe Schritt mit dem Kragen aus Innenstoff an der anderen Seite der Halsöffnung wiederholt. Legt das Fleece mit der schönen Seite nach innen zeigend in die Halsöffnung, steckt alles ab und näht es zusammen. Das Ergebnis sollte wie auf dem Foto rechts unten aussehen. Ein Rückenteil mit einem nach oben und einem nach unten zeigenden Kragen.


Nachdem ihr die Kragen an beiden Halsöffnungen festgenäht habt greift ihr durch eine der Kragenöffnungen in den Mantel hinein und wendet ihn. Gewendet sollte der Mantel nun aussehen wie auf dem Foto unten rechts. Danach greift ihr durch die Kragenöffnung mit dem Oberstoff, greift den Fleecekragen und zieht ihn durch den Mantel nach oben hindurch, so dass die Enden beider Kragen aneinandertreffen. Jetzt werden die offenen Ende der Stoffe nach innen gefaltet, mit Stecknadeln abgesteckt und drüber genäht, so dass alle Wendeöffnungen des Rückenteils geschlossen sind.


Der Mantel ist nun fast fertig! Es müssen nur noch die restlichen Kanten abgenäht und schließlich der Rücken- und Brustteil zusammengenäht werden. Der Brussteil wird hierfür einfach mittig vorne etwas unter den Rückenteil geschoben und zusammengenäht. Auch auf einer Seite wird der Brust- und Rückenteil leicht übereinander gelegt und vernäht.


Anleitung Hundemantel Hundejacke WIntermantel für Hunde selbst nähe

Die andere Seite bleibt offen und es werden Druckknöpfe angebracht. Eine Druckknopfzange und passende Knöpfe sind sehr günstig, man kann jedoch auch einen Klettverschluss anbringen. Aus meiner persönlichen Erfahrung halten diese aber nicht so gut wie Druckknöpfe.


Mit diesem letzten Schritt ist euer selbstgenähter Hundemantel fertig! Ich weiss, dass einige Schritte, vor allem das anbringen des Kragens, leider nicht so leicht in Worten zu erklären sind und hoffe, dass die dazugehörigen Bilder besser veranschaulichen konnten, was ihr zu tun habt.

Wenn ihr für euren Hund einen Hundemantel selbst genäht habt und vielleicht auch andere tolle Schnitte kennt, dann lasst es mich in den Kommentaren gerne wissen. Viel Freude beim Nähen!
Wer selbst auch eine Bulldogge und somit einen Hund ohne Model-Maße besitzt, aber sich nicht selbst an die Nähmaschine traut, für den habe ich hier in einem älteren Post ein paar käuflich erwerbbare Bulldoggen-komforme Hundemäntel vorgestellt.
Hundemantel Hundejacke WIntermantel Hund Französische Bulldogge Nähanleitung Tutoria
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Kommentare:

  1. Meine Bewunderung für Dich ist deutlich gestiegen - neben den leckeren und optisch immer so ansprechenden Plätzchen jetzt auch noch diese Anleitung. Ich wusste zwar, dass Du viele Mäntel selbst genäht hast - aber ich bin jetzt nach den Bildern - richtig beeindruckt.
    Da ist die Wahrsheinlichkeit höher, dass ich mich mit dem backofen anfreunde als mit der Nähmaschine ;) Wobei ich schon gerne würde und es auch auf meine Wunschliste steht - aber jeder bisherige Versuch endete in einem eingeklemmten Stück Stoff mit total verwickeltem Faden.

    Ich bin aber sicher, es gibt einige Leser, die mit der tollen Anleitung so einen Mantel nachnähen können - Respekt.

    Liebe Grüße,
    Isabella mit Cara und Shadow

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  2. Ich kann leider auch nicht nähen und verstehe die Anleitung nicht. ABER ich bin sicher, dass ganz viele nähfreudige Hundehalter ganz aus dem Häuschen sind. Du machst das wirklich so toll. Deine Stoffauswahl und Deine Sorgfallt sind beneidenswert.

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke

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  3. Oh wie toll, die Anleitung werde ich mal Frau Hobbit zeigen. Vielleicht kann sie ja mal einen Mantel für Leona nähen, der ihr dann auch wirklich passt.
    Liebe Grüße
    Auenländerin

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  4. mir bleibt sie schnauze offen - KÜNSTLERIN - kann ich da nur wauzen
    Gratulation zu deinem Werk
    Ayka und ihr ebenfallsstaunendes Frauchen

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  5. Ich "muss" hier auch immer alles selber nähen weil mir die Mäntel, die es zu kaufen gibt, entweder nicht gefallen oder sie den Muckels nicht richtig passen.
    Das ist wirklich eine sehr schöne anleitung.
    Liebe grüße und schönes Wochenende
    Jasmin mit Nora, Rico und Sam

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  6. Monika - ein riesen großes Kompliment für diese tolle Anleitung! Ich bin zwar Nähbegeistert - aber noch total Anfängerin - und für mich ist es super verständlich und ich würde es mir zutrauen nachzuarbeiten. Für Gubacca brauche ich keinen Mantel - aber meine Eltern würden sich bestimmt riesig über einen Mantel für Lottchen freuen.
    Liebe Grüße
    Sali

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  7. Wow der sieht so so so cool aus! Ich hab für meine beiden Aussiemädels schonmal Bademäntel genäht. So ein selbstgemachter Hunde-/Regenmantel muss bei uns aber auch irgendwann nochmal her! :)
    Liebe Grüße, Alina

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  8. Wofür braucht es eigentlich solche Mäntel?
    Ist dass auch nur "schick" oder hat das einen guten Grund?
    Das meiste ist nämlich nur "Trendy" und niemand macht sich Gedanken darüber wie das die Hunde wohl finden.
    Ein bekanntes Beispiel ist zum Beispiel diese Flexi-Leine.
    Da bringt man seinem Hund bei nicht zu ziehen und benutzt die leine die alles wieder rückgängig macht.
    Die Menschheit wird immer doofer...
    Nicht als Beleidigung gemeint!!!!

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    1. Meine Hunde brauchen aus dem selben Grund einen Mantel im Winter, wie Menschen auch - Weil sie frieren. Ohne Mantel zittern sie draußen vor Kälte.
      Die Annahme, Hunde bräuchten keinen Schutz vor der Kälte, weil sie ja Fell hätten, beruht auf Unwissenheit und der falschen Annahme, das Fell hätte eine gut wärmeisolierende Funktion. Dem ist aber nicht so, denn für die Isolierung der Körperwärme - sowohl als Schutz vor Kälte als auch vor Wärme - dient in erster Linie die sogenannte Unterwolle und nicht das Deckhaar. Die Unterwolle wurde aber bei sehr vielen Rassen, Französische Bulldoggen inklusive, weggezüchtet.

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  9. Guten Morgen,
    ich bin ja ganz begeistert von dem Hundemantel! Auch die Schritte sind sehr gut erklärt......aber den Schnitt kann man nicht irgendwo herunterladen, oder? Ich weiß nicht, ob ich das hinbekomme.......

    Liebe Grüße
    Karin aka Lina

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    1. Leider nein - Ich weiss auch nicht, wie ich einen Schnitt zur Verfügung stellen sollte, weil schon bei uns der Schnitt für Genki bei Momo garnicht mehr passt. Ein Einheitsschnittmuster wäre da nicht hilfreich.
      Was mir geholfen hat war das Schnittmuster einfach Mal grob auf papier aufzuzeichnen und auszuchneiden und die einzelnen Teile dann mit Tesafilm zusammengehalten an Genki und Momo "anzuziehen". Dann konnte ich ganz gut sehen, wo etwas nicht passt und länger, breiter, schmäler oder kürzer gemacht werden muss. Auch das ganze einfach Mal ganz grob mit einer Schicht aus altem Stoff, wie zum Beispiel einer alten Tischdecke, vorzunähen, kann helfen, wenn man nicht gleich den doch nicht so ganz günstigen Outdoor-Stoff vernähen will, ohne sicher zu sein, dass es passt. Oder aber du schaust, ob du irgendwo einen gut passenden Hundemantel hast und versuchst die Maße daran abzuzeichnen.

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